Serverraumtemperatur

Die optimale Klimatisierung des Serverraums

Von in Aktuelles
26
Jun
'19

Nicht nur die Serverraumtemperatur schnellt dieser Tage in die Höhe – aber gerade in diesem sensiblen Bereich ist eine ausreichende Kühlung bzw. Klimatisierung von enormer Wichtigkeit.

Wie hoch die optimale Serverraumtemperatur sein sollte und wie Sie für eine gute Klimatisierung sorgen, verraten wir jetzt.

serverraumtemperatur

Die Serverraumtemperatur sollte in heißen Sommern streng überwacht werden.
© heladodementa / Pixabay

Serverraumtemperatur – Klimatisierung muss sein

In heißen Sommern nützt auch die beste Verdunkelung nur wenig. Mit jeder einzelnen Sonnenstunde heizen sich Gebäude komplett auf und geben die gespeicherte Wärme auch nach innen ab. Das Problem: Nicht nur der Mensch leidet unter hoher Hitze, auch die Hardware verträgt extreme Temperaturen nicht gut.

Besonders in kleineren Betrieben kann das zu einem großen Problem werden. Nämlich vor allem dann, wenn der eh schon flächenmäßig kleine Serverraum auch noch so vollgestellt ist, dass die Luft nicht richtig zirkulieren kann und keine Serverraum-Überwachung existiert. Trifft dann die Abwärme der elektrischen Energie auch noch auf Hitze von außen, kann es für die Server schnell gefährlich werden.

Erst durch die Einstellung der richtigen Serverraum-Temperatur bzw. Investition in eine passende Klimaanlage minimieren Sie dieses Risiko. Bedenken Sie: Ein Ausfall Ihrer Hardware kann Sie wesentlich teurer zu stehen kommen als ein Server-Kühlsystem.

Die optimale Serverraumtemperatur

Die optimale Serverraumtemperatur liegt zwischen 22 und maximal 25 °C. Die sind im Sommer allerdings verhältnismäßig schwer zu erreichen. Zum einen, weil die Hardware selbst ordentlich Wärme produziert. Durch die Tatsache, dass permanent Informationen verschickt und (hohe) Datenmengen verarbeitet werden, wird eine Menge elektrischer Energie verbraucht. Und selbige wird eben in Form von Abwärme wieder in die Umgebung gepustet. Knackt dann auch noch das Außenthermometer die 35 °C-Marke, kann es brenzlig werden. Selbst moderne Server und Systeme kapitulieren bei starker Hitze irgendwann. Trifft einen solch ein hitzebedingter Serverausfall dann völlig unvorbereitet, wird es schnell auf allen Ebenen teuer.

Selbiges gilt übrigens auch für die normale Büro-Hardware. Ob Tower-PC oder Laptop: Zu viel Sonne über längere Zeit macht auch ihnen schnell den Garaus. Nur sind die Nutzungszeiten in diesem Fall naturgemäß kürzer. Das gilt aber auch nach Feierabend nicht für die Server. Logischerweise sinkt die zu verarbeitende Datenmenge, trotzdem arbeiten sie weiter und erstellen zum Beispiel Backups. Für den dauerhaften Betrieb sollte die Serverraumtemperatur daher dauerhaft nicht die 25°C-Marke überschreiten. Das gilt übrigens auch für Modelle, deren maximal zulässige Umgebungstemperatur mit 35°C angegeben wird.

Serverraumtemperatur zu hoch – daran erkennen Sie es

Zusätzlich zum Blick aufs Thermometer verraten Ihnen andere Umstände, dass die Temperatur im Serverraum zu hoch ist:

  • die Lautstärke steigt an. Grund dafür ist, dass die integrierten Lüfter auf voller Leistung und mit maximaler Drehgeschwindigkeit laufen.
  • der Geruch ändert sich. Der Geruch der innerhalb der Server verbauten Kunststoff-Materialien kann sich durch enorme Wärmeeinwirkung verändern.

Vorsicht auch bei zu hoher Luftfeuchtigkeit. Als idealer Wert gelten im Serverraum ca. 30 bis knapp 60 Prozent. Darüber drohen Schäden durch Kondensation.

serverraum klimaanlage

© stux / Pixabay

Temperatur im Serverraum senken – unsere Tipps

Über kurz oder lang kommen Sie um die Investition in ein passendes Kühlungssystem nicht herum. Weil dieses aber von Experten berechnet werden muss und nicht einfach innerhalb von drei Tagen zur Verfügung steht, sollten Sie bei anhaltenden hohen Sommertemperaturen selbst aktiv werden und so im Idealfall Schäden vermeiden. Hier kommen unsere Tipps:

  • Lassen Sie die Luft zirkulieren. Das gilt besonders für kleine Serverräume.
  • Dunkeln Sie alle Fenster ab.
  • Lassen Sie früh morgens und spät abends kühlere Luft in die Räume.
  • Entwirren Sie Kabelsalate. Dadurch kann die Wärme besser entweichen und staut sich nicht.
  • Entfernen Sie die Rack-Türen an den Rückseiten der Server.
  • Besorgen Sie für den Übergang eine mobile Klimaanlage. Aber Achtung: Das ist keine Dauerlösung!

Klimaanlage für den Serverraum – das sollten Sie beachten

Wichtig, wenn Sie neue Räumlichkeiten beziehen, bauen oder einen Umbau vornehmen: Planen Sie den Serverraum als das, was er ist. Experten helfen Ihnen dabei, wichtige Grundsätze zu beachten und etwaige bauliche Maßnahmen durchzuführen. Das kann sich über die Installation eines Doppelbodens bis zur Aufstellung der Racks selbst erstrecken.

Zu berücksichtigen ist immer, dass der Kalt- und Abluft-Strom möglichst gut voneinander getrennt werden. Ideal sind Klimasysteme, die die warme Abluft aufnehmen, herunterkühlen und durch Löcher im Boden direkt zu den Rack-Fronten führen. Eine Alternative in kleinen Serverräumen können spezielle Klimageräte sein, die direkt am Rack montiert werden.

Eines sollten Sie dabei nie vergessen: Eine Serverklimaanlage ist keine „normale“ Büro-Klimaanlage!

Letztere wird speziell für den Menschen konzipiert und verfügt über ganz andere Eigenschaften. Zudem sind Büro-Klimaanlagen in der Regel gar nicht für den 24-Stunden-Einsatz ausgelegt und können die Luftfeuchtigkeit nicht entsprechend regeln.

Serverklimaanlage kaufen – Bedarf errechnen

Welches Kühlsystem für Ihren Serverraum am besten geeignet ist, findet ein Fachmann schnell heraus. Er bezieht bei seiner Berechnung beispielsweise die einzelnen Abwärme-Werte der Geräte bei minimaler und maximaler Leistung sowie die baulichen Gegebenheiten ein. Grundsätzlich gilt:

  • Für kleine Serverräume reicht häufig ein reines Umluftkühlsystem. Es handelt sich dabei um ein Splitgerätekühlsystem mit über Kältemittelleitungen verbundenen Innen- und Außengeräten. Kleiner Nachteil: Der Stromverbrauch ist relativ hoch. Eine Alternative dazu sind Energiesparkompaktgeräte. Die nutzen das Prinzip der freien Kühlung und schalten bei Bedarf automatisch auf Umluftkühlung um. Mehr Infos dazu finden Sie hier.
  • In großen Serverräumen bzw. Rechenzentren werden spezielle Klimasysteme eingesetzt. Diese arbeiten mit einer indirekten oder direkten freien Kühlung und verfügen häufig auch über eine zusätzliche Verdunstungskühlung. Vorteil: Der Energiebedarf ist gleichbleibend und damit skalierbar.

Unser Tipp: Lassen Sie sich einfach beraten. Und sparen Sie nicht am falschen Ende. Serverausfälle und Schäden sind auf Dauer wesentlich teurer als ein geeignetes Kühlsystem.

Weitere Infos zur Klimatisierung des Serverraums und Energiespartipps gibt es im folgenden Video der Deutschen Umwelthilfe:

Lena Klaus

Lena Klaus arbeitet seit 2018 als freie Autorin und SEO-Expertin für das IT-SERVICE.NETWORK. Seit fünf Jahren kennt sie die IT-Branche und hat sich in diesem Zusammenhang auf B2C- und B2B-orientierte Content-Plattformen spezialisiert.

Fragen zum Artikel? Frag den Autor

Ester Diemer, 22. Juli 2019 um 10:22

Vielen Dank für Ihre Tipps, die Temperatur im Serverraum zu senken. Ich habe schon gehört, dass es es einige Zeit dauert, bis so eine professionelle Einhausung fürs Rechenzentrum angepasst ist. Ihre Tipps v.a. hinsichtlich der Entwirrung von Kabelsalaten und Entfernung der Rack-Türen werde ich au jeden Fall befolgen.

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