Arbeitswelt & Trends

Mastodon

Die Twitter-Alternative im Check

von 12.12.2022
zu sehen ist eine Hand, die ein Smartphone hält, auf der sich gerade die Twitter-App öffnet. Thema ist Mastodon als Alternative zu Twitter. Bild: Pexels/greenwish _

Mastodon ist im Trend, denn hier spielt Elon Musk keine Rolle. Doch lohnt sich der Umstieg auf die Twitter-Alternative – sowohl mit dem Privat- als auch dem Unternehmensaccount?

Wir verraten, was Mastodon auszeichnet, worin die Unterschiede zu Twitter liegen und ob ein Wechsel sinnvoll ist.

Twitter verliert, Mastodon gewinnt

Seitdem Paypal-Gründer und Tesla-Chef Elon Musk den Kurznachrichtendienst Twitter für die unfassbare Summe von 44 Milliarden US-Dollar gekauft und angefangen hat, „aufzuräumen“, verlassen die Nutzer in Scharen das früher recht beliebte soziale Netzwerk. Für viele Ex-Twitter-User ist dies ein stiller Protest gegen die Entscheidungen des umstrittenen Milliardärs.

Denn Musk hatte gleich zu Beginn der Twitter-Übernahme für ordentlich Wirbel gesorgt. Er feuerte rund die Hälfte der ursprünglich 7.500 Mitarbeiter (inklusive diverserer Führungskräfte), stellte den verbliebenen Angestellten ein Ultimatum, sie sollten sich überlegen, ob sie bereit wären, 80 Stunden pro Woche zu arbeiten oder gleich ihren Hut nehmen, und ließ die Community darüber abstimmen, ob Ex-Präsident Donald Trump wieder Zugriff auf sein gesperrtes Profil erhalten sollte. Vielen Twitterern wurde es zu bunt. Und nicht nur ihnen. Auch große Werbepartner setzten ein Zeichen gegen Musk und strichen sämtliche Werbebudgets.

Und wie immer, wenn ein Produkt auf dem absteigenden Ast ist, steigt ein anderes dafür auf. In diesem Fall: Mastodon. Mastodon präsentiert sich dabei als Alternative zu Twitter.

zu sehen ist eine Hand, die ein Smartphone hält. Auf dem Display sind die Apps sozialer Medien abgebildet. Thema ist der Kurznachrichtendienst Mastolon als Alternative zu Twitter. Bild: Pexels/Tracy Le Blanc

Weg mit Twitter, her mit Mastolon? Bild: Pexels/Tracy Le Blanc

Was ist Mastodon?

Auch der Kurznachrichtendienst Mastodon hat sich – genau wie Twitter – von der Tierwelt inspirieren lassen. Der Name geht auf eine Art Ur-Elefant zurück, dem vor ungefähr 10.000 Jahren die Eiszeit den Garaus machte. Ergo: Bei Mastodon zwitschert man nicht, man trötet. Tröt statt Tweet, ansonsten gleichen sich die Plattformen in vielen Punkten, wenn auch nicht in allen.

Mastodon ist das, was Twitter zu Anfangszeiten war: frei von Werbung. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Spenden. Zudem handelt es sich um ein dezentrales soziales Netzwerk. Bedeutet: Die dahintersteckende Software ist quelloffen und frei. Jeder, der mag, kann einen eigenen Mastodon-Server betreiben. Der Nutzer wiederum entscheidet, über welchen Server (= Community) er seinen Account anlegt. Das Credo des Microblogging-Dienstes lautet passenderweise: „Mit Mastodon bekommst du die Kontrolle wieder zurück.“

Für Unternehmen, die Image und Marke in den sozialen Medien pflegen wollen, ist Mastodon aus mehreren Gründen verhältnismäßig uninteressant. Abgesehen davon, dass man keine Werbung schalten kann, existiert auch kein Algorithmus, der Einfluss auf die Startseite bzw. Timeline hat.

Mastodon-Funktionen im Überblick

Jedes soziale Netzwerk lebt naturgemäß in erster Instanz davon, anderen Nutzern zu folgen und selbst Beiträge an seine Follower zu veröffentlichen. Das ist bei Mastodon, gegründet übrigens schon im Jahr 2016, natürlich nicht anders. Sowieso sind die Funktionen – wie bereits erwähnt – denen des großen Vorbildes Twitter alles andere als unähnlich. Hier eine kurze Übersicht:

  • anderen Nutzern folgen, Follower sammeln
  • Verfassen von Text-Beiträgen (bis 500 Zeichen) inkl. Hinzufügen von Bildern, Videos, Umfragen oder Audios
  • chronologische Timeline (im Gegensatz zu Twitter/Facebook/Instagram steuert aber kein Algorithmus die angezeigte Reihenfolge)
  • Direktnachrichten 
  • Hashtags und Trends
  • Teilen von Beiträgen anderer („Boosten“)

Das Thema Sicherheit kommt dabei glücklicherweise nicht zu kurz. So erfolgt die Anmeldung via 2-Faktor-Authentifizierung und in den Einstellungen kann der Nutzer festlegen, wer seine Beiträge sehen kann und wer nicht.

zu sehen ist ein Laptop, auf dem die Startseite von Twitter zu sehen ist. Das Thema ist der Abstieg des sozialen Netzwerks und der gleichzeitige Aufstieg der alternativen Plattform Mastolon. Bild: Pexels/Pixabay

Twitter steht seit der Übernahme durch Elon Musk in der Kritik. Bild: Pexels/Pixabay

Die Mastodon-Communitys

Wie bereits erläutert, entscheidet der angehende Mastodon-Nutzer darüber, über welchen Server-Betreiber er Teil des Netzwerkes werden möchte. Das hat auch direkt einen Einfluss darauf, welche Inhalte er vornehmlich sieht. In der „lokalen“ Ansicht gibt es dann nämlich nur die Inhalte der eigenen Community zu sehen. Erst bei Wechsel auf die Ansicht „Föderation“ sind auch die Postings anderer Communitys (= Server) zu sehen.

Aber: Jeder Betreiber bzw. Community-Chef kann die Inhalte anderer, ausgewählter Server auch sperren. Die Mitglieder seiner Community sehen die entsprechenden Inhalte dann nicht mehr. Ein Umstand, der Fluch und Segen zugleich sein kann. Es ist jedenfalls ratsam, sich gleich zu Beginn einer Community anzuschließen, die ähnliche Interesse und Werte teilt wie man selbst. Das gilt noch einmal mehr, da jede Community zusätzlich eigene Regeln und Richtlinien für seine Mitglieder beschließen kann.

Tipp: Im Netz findet man übersichtliche Verzeichnisse und auch eine Art „Test“, nach dessen Absolvierung man vermeintlich passende Communitys angezeigt bekommt.

Lohnt sich der Wechsel von Twitter?

Unsere Antwort: Jein. Für Privatnutzer, die Twitter als solches bislang sehr mochten, nun aber ein Zeichen gegen Musk setzen möchten, kann sich der Umstieg durchaus lohnen. Ob man dort viele Twitter-Follower wiederfindet, ist (noch) fraglich. Denn auch, wenn die Mastodon-Zahlen seit der Musk-Übernahme „explodiert“ sind, zählt die Alternative verschiedenen Quellen zufolge „nur“ etwa acht Millionen Nutzer. Zum Vergleich: Bei Twitter waren es den offiziellen Angaben im Sommer 2022 zufolge 238 Millionen.

Für Unternehmen ist das Anlegen eines Mastodon-Accounts (bislang) wenig attraktiv. Und sofern das Netzwerk seine Grundphilosophie langfristig beibehält, wird sich daran auch nichts ändern. Wer seine unternehmenseigenen Social-Media-Aktivitäten weiter ausbauen möchte, ist daher weiterhin gut mit etablierten Plattformen wie Facebook, Instagram, Pinterest oder LinkedIn beraten.

zu sehen ist ein lächelnder Mann in einem Büro an seinem Schreibtisch. Thema des Artikels ist die Wichtigkeit einer UTM-Firewall für ein sicheres Arbeiten und die Cybersecurity-Trends. Bild: Pexels/Andrea Piacquadio

Ein Firewall-Management macht das Arbeiten und Surfen sicherer. Bild: Pexels/Andrea Piacquadio

Unterwegs in den sozialen Medien? Aber sicher!

Ob Social Media Manager oder Privatnutzer: In den sozialen Medien ist stets Vorsicht geboten. Denn hier sind nicht nur Kleinanzeigen-Betrüger unterwegs, sondern auch immer mehr Cyberkriminelle, die beispielsweise Fake-Profile für Social Engineering Attacken anlegen.

Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern während der Arbeitszeit oder Pause gestatten, das Internet privat zu nutzen, ist eine entsprechende Sicherheitsstrategie daher umso wichtiger. Unsere Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK stehen Ihnen diesbezüglich gern zur Verfügung. Informieren Sie sich zum Beispiel über die Vorteile unseres Firewall-Managements und lassen Sie sich gern ein unverbindliches Angebot erstellen.


Weiterführende Links:
Heise, Golem, Tagesschau, Spiegel

Geschrieben von

Lena Klaus arbeitet seit 2018 als freie Autorin und SEO-Expertin für das IT-SERVICE.NETWORK. Seit 2013 kennt sie die IT-Branche und hat sich in diesem Zusammenhang auf B2C- und B2B-orientierte Content-Plattformen spezialisiert.

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