applied AI und die Künstliche Intelligenz

Mehr Unterstützung seitens der Bundesregierung gefordert


9. Oktober 2018, von in Aktuelles

applied AI ist eine Initiative der UnternehmerTUM und warnt aktuell davor, dass Deutschland und seine Unternehmen den Anschluss an die wohl wichtigste Schlüsseltechnologie unserer Zeit verpassen.

Was damit genau gemeint ist, welche Forderungen dahinterstecken und warum Unternehmen vor künstlicher Intelligenz nicht zurückschrecken sollten, verraten wir jetzt.

applied AI künstliche intelligenz

KI gilt als Schlüsseltechnik des 21. Jahrhunderts

applied AI richtet Forderung an Bundesregierung

In Zusammenarbeit mit 16 Unternehmen hat applied AI jetzt an die Bundesregierung appelliert. Die unmissverständliche Forderung: mehr Förderung für die Anwendung künstlicher Intelligenz. Die Initiative befürchtet, Deutschland würde den internationalen Anschluss verpassen, wenn jetzt nicht Gas gegeben wird. Zur Erklärung: man kann der Regierung nicht vorwerfen, gar nichts in dieser Hinsicht zu unternehmen. Erst im Juli wurde ein strategisches Eckpunktepapier zum Thema KI veröffentlicht. applied AI und ihren Partnern reicht das nicht. Sie selbst wollen Prozesse aktiv mitgestalten, sich untereinander austauschen und so zu Wegbegleitern auf nationaler Ebene werden. Zu den bereits erwähnten 16 Unternehmen gehören übrigens einige Big Player: Siemens, Allianz, SAP, die Deutsche Telekom und nationale Vertreter der globalen Riesen Nvidia und Google.

Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnik unserer Zeit

Die applied AI und ihre Mitstreiter haben vor allem den internationalen Wettbewerb im Auge. Während in Ländern wie China, Kanada und natürlich den USA schon lange KI-Pionierarbeit betrieben wird, hängt Deutschland bislang hinterher. Stimmt man der Vermutung zu, künstliche Intelligenz sei die entscheidendste Technik des 21. Jahrhunderts, herrscht nun also Handlungsbedarf. Die Initiative fordert die Regierung daher klar dazu auf, Akteure und Verantwortliche aus Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu diesem Thema zusammenzubringen. Denn eines ist gewiss: jedes Segment für sich kann den Ansprüchen an KI-Technologie nicht gerecht werden. Die Verfasser des Vorschlags- und Positionspapiers warnen eindringlich vor einer „vergangenheitsorientierten, protektionistischen und risikofokussierten Diskussion“ und befürchten ein statisches Abwarten der Entwicklungen, wodurch der Anschluss verpasst würde.

Wird KI die Welt und die Arbeitsmärkte verändern?

Vermutlich ja. applied AI benennt daher sechs konkrete Bereiche, in und für die die Bundesregierung jetzt aktiv werden müsse. Diese wären:

  1. Deutschland als Forschungsstandort
  2. das Gründungs-Ökosystem
  3. das Bildungssystem
  4. die Förderung durch und in Unternehmen
  5. der gesellschaftliche Diskurs
  6. Veränderungen im Rechtsraum

Ein weiterer, wichtiger Punkt für die Verfasser: schnell die rechtlichen Rahmenbedingungen für Testlabore und offene Datenpools schaffen. Einer der wohl kritischsten Punkte der ganzen Angelegenheit.

Künstliche Intelligenz im Unternehmen – was wird aus den Mitarbeitern?

Viel interessanter ist aber eigentlich die Frage, aus welchen Gründen ein gesteigertes Interesse an KI hierzulande häufig vermisst wird. Hier sicherlich vorherrschend: die Angst vor dem Ersetzen von Arbeitskräften. Laut Andreas Liebl von applied AI dazu im Interview: „KIs werden noch lange nicht in der Lage sein, wie Menschen intuitiv vorzugehen oder auf unvorhersehbare Dinge zu reagieren. Vorhersehbare Tätigkeiten können aber durch KIs dem Menschen abgenommen werden, so dass dieser sich auf wertschöpfende und kreative Aufgaben konzentrieren kann. Durch diese Trennung werden aber Wenige sehr viel arbeiten und sehr viel verdienen, während Viele wenig arbeiten und wenig verdienen werden. Es müssen also frühzeitig neue Gesellschaftsmodelle gefunden werden, um die steigende Diskrepanz zwischen Arm und Reich zu verhindern.“

applied AI will daher vor allem eines: KI soll nicht nur erforscht und getestet, sondern auch in Unternehmen eingesetzt werden. Nur so ließen sich wichtige Fragen wie „Was kann KI und was nicht?“ beantworten. Dies wiederum stelle die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft, in der deutsche Unternehmen auf internationaler Ebene bestehen können.

Welche Branchen setzen schon jetzt künstliche Intelligenz ein?

Wer einen Handwerksbetrieb oder ein Restaurant leitet, muss sich (noch) nicht zwingend mit dem Thema KI auseinandersetzen. Anders sieht es aber schon jetzt in der Medizin, Juristerei und dem Dienstleistungssektor aus. So genannte Chat Bots (auch Social Bots) werden beispielsweise schon vermehrt im Online-Kundenservice eingesetzt. Andere KIs arbeiten Fallakten, Dokumente sowie Präzedenzfälle durch und ersparen laut der Beratungsfirma McKinsey dadurch Anwälten wie Rechtshelfern binnen Sekunden die Arbeit von 360.000 Stunden.

Zu welcher Branche Sie auch immer gehören: irgendwann wird es wohl für jeden Bereich passende KIs geben. Und wir werden darüber berichten.

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