Arbeitswelt & Trends

Burnout durch Corona

Psychische Erkrankungen nach der Pandemie

von 01.06.2022
ausgebrannter Mann vor seinem Laptop. Burnout durch Corona. Bild: Pexels/Nataliya Vaitkevich

Burnout durch Corona: Als hätte die Pandemie nicht schon genug Schaden angerichtet, steigen jetzt noch die coronabedingten Burnout-Diagnosen. Was können Arbeitgeber präventiv dagegen unternehmen?

Wir geben Tipps für Vorgesetzte und Angestellte gegen den Corona-Burnout und klären auf, warum die Pandemie die Problematik psychischer Erkrankungen verschärft hat.

Neue Studie bescheinigt: Burnout durch Corona kein Einzelfall

Die Pandemie hat wohl jedem Einzelnen in den vergangenen zwei Jahren eine Menge abverlangt – und gerade die psychischen Folgen der Ausnahmesituation werden jetzt immer stärker sichtbar. Burnout durch Corona lautet die Diagnose immer häufiger, was jetzt auch eine neue Studie bescheinigt. Und das, obwohl die Zeiten von Lockdowns, Quarantäne-Verordnungen für Kontaktpersonen und Kita-Schließungen „längst“ vorbei sind.

Arbeitsausfälle und Fehlzeiten durch psychische Probleme rangieren laut dem Fehlzeiten-Report der AOK mittlerweile auf Platz 2. Noch deutlicher zeigt sich das Phänomen bei der Anzahl der Krankheitstage im Verlauf der vergangenen 12 Jahre mit einer Zunahme von satten 56 Prozent. Hinzu kommt: Burnout, Depressionen und Co. lassen Mitarbeiter länger ausfallen als durch die meisten physischen Krankheitsbilder wie beispielsweise eine Magen-Darm-Infektion oder ein gebrochener Finger. Im Schnitt stehen 30,3 gegen 13,8 Tage.

Für Arbeitgeber kann die Pandemie also auch nach ihrem Abklingen ein noch größeres Problem darstellen. Die Frage lautet also: Was tun, um ein Burnout durch Corona bzw. die Gesamtsituation zu verhindern?

Die Pandemie lässt die Burnout-Fälle steigen. Ein Mann sitzt ausgebrannt auf seinem Sofa. Bild: Unsplash/Nik Shuliahin

Durch die Pandemie haben die Burnout-Fälle zugenommen. Bild: Unsplash/Nik Shuliahin

Burnout-Prävention für immer mehr Unternehmen im Fokus

Die meisten Unternehmen sind sich – allein aufgrund der gemachten Erfahrungen in den vergangenen Jahren – der Burnout-Problematik grundsätzlich bewusst. Eine Verschärfung der selbigen durch eine weltweite Pandemie hatte allerdings bis zum Jahr 2020 wohl keiner auf seinem Zettel. Wie gut oder schlecht der Einzelne mit der aktuellen Situation umgeht, lässt sich nicht pauschalisieren.

Generell sollen laut einer Studie des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Frauen häufiger von psychischen Problemen durch Corona betroffen sein als Männer. Für die Gründe gibt es mehrere Thesen. So arbeiten Frauen beispielsweise häufiger in Berufen mit direktem Kundenkontakt, der sich durch die Pandemie stark verringert hat. Dazu kommt, dass Frauen generell die „sozialeren Wesen“ sind, denen persönliche Kontakte wichtig sind. Und zu guter Letzt: Die Doppel- oder gar Dreifachbelastung durch Home Office, Home-Schooling und Home-Kindergarten hat vermehrt die Mütter betroffen, um dem Klischee einmal mehr gerecht zu werden.

Der Grund, warum psychische Probleme häufig erst jetzt auftreten, ist das nachhaltige Abklingen der Ausnahmesituation. Etwa vergleichbar mit dem Phänomen, dass sich Angestellte häufig im Urlaub eine Erkältung einfangen. Sobald Körper und Geist zur Ruhe kommen und sich Situationen normalisieren, droht eine neue Gefahr.

Corona-Burnout – eine Summe der Einzelteile

Der plötzliche Wandel in der Arbeitswelt scheint einen ordentlichen Teil dazu beigetragen zu haben, dass sich die Burnout-Fälle häufen. Zwei Aspekte spielten dabei eine wichtige Rolle. Zum einen natürlich das Home Office, in dem direkte Kontakte mit Kollegen, die gemeinsame Kaffeepause und der Tapetenwechsel zum eigenen Haushalt naturgemäß fehlten. Zum anderen kamen aber auch neue Phänomene zum Tragen wie beispielsweise das so genannte Zoom-Fatigue. Hier geht es um die psychische Belastung durch den hohen Anteil an Video-Konferenzen. Umgekehrt führt genauso ein Mangel an moderner Technik oder Software zu Frustrationen.

Eine weitere Ursache für ein Burnout im Allgemeinen ist laut einer Befragung von Managern die Angst vor der Kündigung. Und allein durch die Lockdowns mussten davor in den vergangenen zwei Jahren viel mehr Menschen zittern als je zuvor. Parallel dazu stieg dann auch der Leistungsdruck. In Zeiten von Kurzarbeit und betriebsbedingten Entlassungen aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie, galt und gilt umso mehr das Prinzip der Leistungsträger.

Zu sehen sind ein PC und ein Handy-Bildschirm, auf denen das Tool Zoom verwendet wird. Bild: Screenshot Zoom

Das Kommunikationstool Zoom ist nun ungewollt Namenspate für ein neues Phänomen. Bild: Screenshot Zoom

Burnout durch Corona verhindern – das können Arbeitgeber tun

Wir alle wissen: Auch wenn viele Schutzmaßnahmen auslaufen, ist die Pandemie noch immer nicht gänzlich vorbei. Und so viel ist auch sicher: Sie wird in der Arbeitswelt auch über ihre eigene Existenz hinaus ihre Spuren hinterlassen. Das Home Office verschwindet nicht, was an sich auch nicht schlecht ist. Arbeitgeber sollten sich dennoch bewusst sein, dass sie präventiv ihren Teil dazu beitragen müssen, Arbeitsausfälle durch Burnouts zu verhindern.

Dabei am Allerwichtigsten: Signalisieren Sie Ihre stetige Gesprächsbereitschaft. Egal ob Burnout durch Corona oder durch den steigenden Leistungsdruck. Zeigen Sie Empathie, beobachten Sie die Entwicklung Ihrer Mitarbeiter und machen Sie allen deutlich, dass Sie ein offenes Ohr haben und niemanden verurteilen, der an die Grenzen seiner Belastbarkeit kommt. Allein diese Gewissheit kann Betroffenen schon enorm helfen.

Tipps zur Burnout-Prävention

Wir haben einige Tipps zusammengestellt, die Arbeitgebern dabei helfen können, das Risiko von Burnout-Fällen zu verringern:

  • Rückkehr zur Präsenz: Mitarbeiter sollten nun auch wieder ins Büro kommen dürfen. Um dennoch auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt sich (je nach Unternehmensgröße) ein Rotations- bzw. Anmeldeprinzip. Achten Sie auf die Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln.
  • Work-Life-Balance: Hand aufs Herz: Wie steht es um die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben in Ihrem Unternehmen? Gibt es Luft nach oben? Falls ja: Etablieren Sie neue Regeln wie beispielweise einen kurzen Freitag oder feste Home-Office-Tage nach den Bedürfnissen der Mitarbeiter. Gewähren Sie den Urlaub, der Ihren Mitarbeitern zusteht bzw. achten Sie darauf, dass die Tage zur Erholung auch genommen werden.
  • Leistungsdruck: Kennen Sie jemanden aus Ihrem Team, der dem wachsenden Leistungsdruck einfach nicht gewachsen ist? Finden Sie eine neue Aufgabe für ihn.
  • Corona-Prämien: Es muss nicht immer Geld sein, auch wenn Vater Staat Corona-Prämienzahlungen an die Mitarbeiter steuerlich begünstigt. Ebenso kann schon eine kleine Aufmerksamkeit wie ein Gutschein, ein Mitarbeiter-Event oder auch einfach nur ein ehrlich gemeintes „Dankeschön“ einen positiven Einfluss haben.
  • Perspektiven: Zeigen Sie jedem einzelnen Mitarbeiter regelmäßig seine Perspektiven aus. Das kann eine Beförderung sein, mehr Verantwortung in (Teil-)Projekten oder auch eine Neustrukturierung der Stellenbeschreibung.
Monitor mit dem Wort Burnout. Thema ist das Burnout durch Corona. Bild: Pexels/ Nataliya Vaitkevich

Burnout-Prävention ist ein wichtiges Thema für Unternehmen. Bild: Pexels/Nataliya Vaitkevich

Anzeichen für Burnout durch Corona erkennen

Durch die Pandemie sind Führungskräfte mehr als je zuvor in der Pflicht, die Anzeichen für ein drohendes Burnout zu erkennen. Obwohl natürlich jeder Betroffene individuelle Symptome zeigen kann, gibt es dennoch einige klassische Warnzeichen:

  • Verschlechterung der Leistung
  • Nachlassende Motivation
  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Vermehrtes Anhäufen von Überstunden
  • höhere Reizbarkeit
  • Verhältnis zu direkten Kollegen oder zum Team verschlechtert sich

Im speziellen Fall von der Burnout-durch-Corona-Problematik lohnt sich auch ein Blick auf die persönlichen Umstände Ihrer Angestellten. Wissen Sie von einer erhöhten Belastung aus familiären Gründen? Falls ja: Suchen Sie das Gespräch und diskutieren Sie gemeinsam mögliche Lösungswege – beispielsweise durch eine zeitlich begrenzte Reduktion der Arbeitszeit.

Burnout-Prophylaxe wird immer wichtiger

Sie sehen: Auch wenn sich das Problem verschärft, gibt es ausreichend Lösungsansätze, ihm entgegenzuwirken. Viele davon haben einfach nur mit Kommunikation zu tun.

Unsere Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK können leider nicht direkt dazu beitragen, burnoutbedingte Arbeitsausfälle oder psychische Erkrankungen als solche zu verhindern. Was sie aber tun können: Ihr Unternehmen technisch so auszustatten, dass Ihre Mitarbeiter nicht von unzureichender Technik frustriert sind. Mit Hilfe von modernen Tools und innovativer Software lassen sich Prozesse vereinfachen und beschleunigen – und das kann durchaus positive Auswirkungen auf die Grundstimmung haben. Sprechen Sie uns gern für eine individuelle Beratung an und erfahren Sie mehr.


Weiterführende Links:
IT-Business, RBB24, AOK

Geschrieben von

Lena Klaus arbeitet seit 2018 als freie Autorin und SEO-Expertin für das IT-SERVICE.NETWORK. Seit 2013 kennt sie die IT-Branche und hat sich in diesem Zusammenhang auf B2C- und B2B-orientierte Content-Plattformen spezialisiert.

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