Datenklau betrifft längst nicht mehr nur große Konzerne. Millionen Passwörter kursieren im Netz und ermöglichen Angriffe auf private und geschäftliche Konten.
Wir zeigen, was bei Datendiebstahl zu tun ist, welche Sofortmaßnahmen wirklich helfen und wie Sie Ihre Konten schnell wieder absichern.
- Warum Datenklau aktuell wieder zunimmt
- Wie Cyberkriminelle an Passwörter und Daten gelangen
- Folgen von Datenklau für Privatpersonen und Unternehmen
- Warum Passwort-Wiederverwendung gefährlich ist
- Schutzmaßnahmen: So sichern Sie Ihre Konten ab
- Passwortmanager und Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen
- Schnelle Hilfe bei Datenklau: Diese Schritte sind entscheidend
- Unterstützung durch IT-Experten: Datenklau verhindern
Warum Datenklau aktuell wieder zunimmt
Datendiebstahl ist längst kein Randthema mehr, sondern gehört zu den größten Sicherheitsrisiken im digitalen Alltag. Immer häufiger tauchen riesige Sammlungen gestohlener Passwörter im Netz auf, die aus unterschiedlichen Quellen stammen und teilweise frei zugänglich sind.
Besonders gefährlich ist dabei, dass viele dieser Daten nicht aus einem einzelnen Hack stammen, sondern über Jahre hinweg durch Schadsoftware, Phishing und Sicherheitslücken gesammelt wurden. Sobald solche Datensätze im Umlauf sind, können Cyberkriminelle sie automatisiert nutzen, um Zugang zu E-Mail-Konten, Social-Media-Profilen oder Unternehmenssystemen zu erhalten.
Das Risiko betrifft nicht nur Großkonzerne, sondern auch Privatnutzer und kleine Unternehmen. Aber was tun bei Datenklau? Entscheidend ist schnelles und strukturiertes Handeln. Wer digitale Dienste nutzt, muss verstehen, wie Account-Hacking funktioniert und welche Schutzmaßnahmen wirklich helfen.

Gestohlene Passwörter machen Datenklau für Privatpersonen und Unternehmen zur realen Gefahr. Bild: Pexels/Miguel Á. Padriñán
Wie Cyberkriminelle an Passwörter und Daten gelangen
Cyberkriminelle nutzen unterschiedliche Methoden, um Passwörter und persönliche Daten zu stehlen. Besonders häufig kommt sogenannte Infostealer-Malware zum Einsatz, die sich unbemerkt auf einem Gerät installiert und gespeicherte Login-Daten direkt aus Browsern oder Apps ausliest.
Auch Phishing spielt weiterhin eine zentrale Rolle: Nutzer werden per E-Mail oder SMS auf gefälschte Webseiten gelockt und geben dort unwissentlich ihre Zugangsdaten ein. Zusätzlich gibt es Angriffe über kompromittierte Apps oder unsichere WLAN-Verbindungen, bei denen Daten abgefangen werden können.
Viele Nutzer unterschätzen außerdem, wie oft Passwörter durch Datenlecks aus Online-Shops oder Plattformen öffentlich werden. Ein einziges kompromittiertes Konto kann so der Einstiegspunkt für weitere Angriffe sein, wenn Cyberkriminelle systematisch nach weiteren verwendeten Zugängen suchen.
Folgen von Datenklau für Privatpersonen und Unternehmen
Die Folgen von Datendiebstahl sind oft schwerer als viele vermuten. Für Privatpersonen kann ein kompromittiertes E-Mail-Konto ausreichen, um Identitätsdiebstahl zu ermöglichen oder weitere Zugänge zurückzusetzen. Cyberkriminelle können Bestellungen auslösen, Passwörter ändern oder über Social Media betrügerische Nachrichten an Kontakte senden.
Für Unternehmen ist die Gefahr noch größer, weil gestohlene Zugangsdaten häufig der erste Schritt zu Ransomware-Angriffen oder Industriespionage sind. Selbst wenn „nur“ ein Mitarbeiterkonto betroffen ist, kann das zur Kompromittierung ganzer Systeme führen. Dazu kommen rechtliche Risiken wie DSGVO-Meldepflichten und mögliche Reputationsschäden.
Besonders kritisch wird es, wenn Zugangsdaten zu Cloud-Systemen oder internen Plattformen in falsche Hände geraten. Gestohlene Zugangsdaten sind daher nicht nur ein IT-Problem, sondern ein wirtschaftliches und organisatorisches Risiko.

Gestohlene Zugangsdaten können Identitätsdiebstahl auslösen und Unternehmen zum Ziel schwerer Cyberangriffe machen. Bild: Unsplash/Glen Carrie
Warum Passwort-Wiederverwendung gefährlich ist
Ein zentraler Grund, warum Passwortdiebstahl so erfolgreich ist, liegt in der Passwort-Wiederverwendung. Viele Nutzer verwenden dasselbe Passwort für mehrere Dienste, weil es einfacher ist und weniger Aufwand bedeutet. Genau das nutzen Cyberkriminelle aus.
Sobald ein Passwort aus einem Datenleck bekannt ist, wird es automatisiert bei anderen Plattformen getestet. Dieses Vorgehen nennt sich Credential Stuffing und funktioniert vor allem deshalb, weil Nutzer häufig ähnliche Kombinationen aus Passwort und E-Mail-Adresse verwenden. Das Risiko steigt zusätzlich, wenn Passwörter kurz oder leicht zu erraten sind.
Selbst ein altes Passwort, das vor Jahren kompromittiert wurde, kann heute noch gefährlich sein, wenn es weiterhin genutzt wird. Wer digitale Konten absichern will, muss daher verstehen: Ein einziges gestohlenes Passwort kann wie ein Generalschlüssel wirken, wenn es mehrfach verwendet wird.
Schutzmaßnahmen: So sichern Sie Ihre Konten ab
Wer Datenklau vermeiden will, sollte vor allem auf grundlegende Sicherheitsmaßnahmen setzen. Entscheidend ist die Nutzung starker, einzigartiger Passwörter für jeden Dienst. Ein sicheres Passwort ist lang, komplex und besteht idealerweise aus zufälligen Zeichen oder einer langen Passphrase.
Ebenso wichtig ist es, regelmäßig Updates auf Smartphone, PC und Apps durchzuführen, da viele Angriffe über bekannte Sicherheitslücken erfolgen. Auch der Schutz vor Phishing sollte ernst genommen werden: Links in E-Mails sollten kritisch geprüft und keine Zugangsdaten auf unbekannten Webseiten eingegeben werden.
Für Unternehmen empfiehlt sich zusätzlich eine klare Passwort-Policy sowie Security Awareness Training für die Beschäftigten. Wer seine Konten konsequent absichert, reduziert das Risiko deutlich. Perfekte Sicherheit gibt es nicht, aber Cyberkriminelle greifen in der Regel dort an, wo der Widerstand am geringsten ist.

Starke Passwörter, Updates und Phishing-Schutz sind die wichtigsten Grundlagen, um Datenlecks zu vermeiden. Bild: Unsplash/Vova Kondriianenko
Passwortmanager und Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen
Passwortmanager gehören zu den wirksamsten Werkzeugen gegen Datenklau, weil sie die Erstellung und Speicherung sicherer Passwörter automatisieren. Nutzer müssen sich dadurch nicht mehr dutzende Passwörter merken und können für jeden Dienst einzigartige Zugangsdaten verwenden.
Besonders wichtig ist dabei ein starkes Master-Passwort, das den Passwortmanager schützt. Zusätzlich sollte überall, wo es möglich ist, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert werden. Dabei reicht das Passwort allein nicht aus, weil ein zusätzlicher Faktor benötigt wird, zum Beispiel ein Code aus einer Authenticator-App oder ein Hardware-Token.
Selbst wenn Cyberkriminelle ein Passwort stehlen, können sie ohne den zweiten Faktor häufig nicht auf das Konto zugreifen. Wer besonders sicher arbeiten möchte, sollte langfristig auch Passkeys nutzen, da diese klassische Passwörter zunehmend ersetzen und Phishing-Angriffe erschweren.
Schnelle Hilfe bei Datenklau: Diese Schritte sind entscheidend
Bei Verdacht auf Datenklau sollten umgehend alle betroffenen Passwörter geändert und durch sichere, einzigartige Zugangsdaten ersetzt werden. Besonders wichtig ist dabei der Schutz des E-Mail-Kontos, da es häufig als Schlüssel für Passwort-Zurücksetzungen dient.
Zusätzlich sollte überall, wo möglich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert werden, um unbefugte Zugriffe zu verhindern. Bankkonten, Kreditkarten und Bezahldienste sollten aufmerksam im Blick behalten und bei verdächtigen Transaktionen sofort die Bank informiert werden. Verdächtige E-Mails oder Anhänge sollten keinesfalls geöffnet werden, da sie weitere Schadsoftware enthalten können.
Wer unsicher ist oder größere Schäden befürchtet, sollte nicht zögern, IT-Sicherheitsexperten einzubeziehen. Professionelle Unterstützung hilft dabei, Risiken einzudämmen und Folgeschäden zu vermeiden.

Bei Verdacht auf Datenklau zählen schnelle Passwortwechsel, 2FA und eine Prüfung auf ungewöhnliche Logins. Bild: Unsplash/Kenny Eliason
Unterstützung durch IT-Experten: Datenklau verhindern
Der Schutz vor Datenleaks erfordert mehr als nur starke Passwörter. Unternehmen müssen technische Sicherheitsmaßnahmen, klare Zugriffsrichtlinien und organisatorische Prozesse sinnvoll miteinander verbinden.
Gerade im Mittelstand fehlt jedoch oft die Zeit oder das Know-how, um Risiken wie kompromittierte Accounts, unsichere Endgeräte oder fehlende Mehrfaktor-Authentifizierung systematisch zu bewerten. Hinzu kommen Anforderungen aus Datenschutz und Compliance, die im Ernstfall schnell zu hohen Folgekosten führen können. Die Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK unterstützen Unternehmen dabei, Sicherheitslücken frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen gezielt umzusetzen.
Dazu gehören Passwort- und Zugriffskonzepte, Empfehlungen für 2FA und Passwortmanager sowie Strategien zur Absicherung von Endgeräten und Cloud-Zugängen. Ziel ist es, Datendiebstahl nachhaltig zu verhindern und IT-Sicherheit nicht dem Zufall zu überlassen, sondern als festen Bestandteil der Unternehmensstrategie zu etablieren.
Weiterführende Informationen:
connect, it-daily, brisant, kaspersky
Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir im Text die männliche Form. Gemeint sind jedoch immer alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten.
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