RSI-Syndrom: Wenn der Arm schmerzt

Mit dem richtigen Arbeitsplatz den Mausarm verhindern

Von in IT-Infrastruktur
10
Feb
'21

Jeder Mausklick schmerzt im Arm oder in der Hand? Das Tippen ist reine Folter? Dann leiden Sie vielleicht unter dem RSI-Syndrom, auch Mausarm genannt. Mit diesem Leiden sind Sie nicht allein. Aber wie können Sie die Schmerzen lindern oder den Mausarm vermeiden?

Wir erklären, was das RSI-Syndrom ist, und geben Tipps gegen den Mausarm.

Aus der Vogelperspektitve ist eine Person am PC-Arbeitsplatz zu sehen. Möglicherweise hat sie sich das RSI-Syndrom zugezogen. Bild: Unsplash/XPS

Jeder Klick tut weh? Vielleicht haben Sie sich das RSI-Syndrom zugezogen. Bild: Unsplash/XPS

Was ist das RSI-Syndrom?

Die Abkürzung im Begriff RSI-Syndrom steht für „Repetitive Strain Injury“, meint also die Verletzung durch wiederholte Belastung. Es tritt besonders in Verbindung mit Bürotätigkeiten auf. Hier liegt eine Hand oft stundenlang auf der Maus, bewegt sie hin und her, immer wieder erfolgt durch leichten Druck von Zeige- und Mittelfinger ein Klick. Beim Tippen bewegen sich zwar alle Finger, die Hände schweben aber oft in einer starren Haltung lange Zeit über der Tastatur. Oder die Hand liegt abgeknickt auf dem Schreibtisch, die Handflächen und die Finger sind über einen langen Zeitraum unnatürlich nach oben geknickt.

Häufig führt die Kombination aus einseitigen Bewegungsmustern und einer unnatürlichen Körperhaltung zu Schmerzen in den Fingern, den Handgelenken, den Ellenbogen, den Schultern, im Nacken oder Rücken. Umgangssprachlich wird das RSI-Syndrom wegen dieser Symptome auch als Mausarm oder Maushand bezeichnet.

Obwohl das RSI-Syndrom inzwischen sehr häufig auftritt, gilt es in Deutschland noch nicht als Berufskrankheit. Es wird aber immer wieder für eine Aufnahme in die Liste der Berufskrankheiten in den Ring geworfen. Das Argument: Es besteht auch hier ein direkter Zusammenhang zwischen Tätigkeit und den Folgen, sprich der Erkrankung.

Mausarm: Symptome sind vielseitig

Schmerzen sind allerdings nicht das einzige Symptom beim RSI-Syndrom beziehungsweise Mausarm. Häufig variieren die Symptome danach, in welchem Stadium der Erkrankung man sich befindet. Hier eine Übersicht:

  • Schmerzen in Armen, Händen oder Nacken in Bewegung (Anfangsstadium) und/oder in Ruhe (fortgeschrittenes Stadium)
  • Kribbeln und Missempfindungen in Hand und Unterarm (ab Anfangsstadium)
  • Kraftverlust (ab Anfangsstadium)
  • Sensibilitätsschwund und Taubheitsgefühl (ab Anfangsstadium)
  • Bewegungseinschränkung und Steifheit (ab fortgeschrittenem Stadium)
  • Motorischer Koordinationsverlust und Ungeschicklichkeit (ab fortgeschrittenem Stadium)
  • Anhaltender Schmerz auch in Pausen oder bei geringer Belastung (Spätstadium)

Betroffene sollten solche Schmerzen am besten schon im Anfangsstadium als Warnsignal zur Kenntnis nehmen, denn dann lässt es sich noch am besten gegensteuern. Einmal mehr greift hier die Redewendung: Wehret den Anfängen. Aber was kann man gegen einen Mausarm tun?

Mit der richtigen Hardware RSI-Syndrom vorbeugen

Ob anerkannte Berufskrankheit oder nicht – Tatsache ist, das Betroffene durch Schmerzen, Taubheit und Störungen der Motorik in ihrer Arbeit eingeschränkt werden und das Arbeitsergebnis dementsprechend leidet. Arbeitgeber sollten sich daher überlegen, ob Sie nicht von vornherein in ergonomische Arbeitsausstattung für ihre Mitarbeiter investieren und dadurch Arbeitseinschränkungen oder sogar kompletten Ausfällen vorbeugen. Denn: Mit dem richtigen Equipment lässt sich der Mausarm verhindern.

Bis zu welchem Grad sie vorbeugende Maßnahmen treffen, hängt davon ab, wie viel Geld Sie in die Hand nehmen können. In den günstigeren Bereich fallen eine ergonomische/vertikale Maus und Tastatur sowie Handgelenkstützen. Höhenvorstellbare Monitore oder entsprechende Halterungen sind schon etwas kostspieliger. In der ersten Liga spielen dann ergonomische Bürostühle mit sehr individuellen Anpassungsmöglichkeiten und ein höhenverstellbarer Schreibtisch.

Die Vorteile dieser Investition liegen auf der Hand: Sie positionieren sich als Arbeitgeber, dem die Gesundheit seiner Mitarbeiter wichtig ist, und profitieren von der uneingeschränkten Produktivität Ihrer Angestellten. Unser Tipp bei wenig Budget: Mit der entsprechenden Hardware ist ein Anfang gemacht.

Zu sehen sind zwei Arme, eine Hand umfasst den anderen Unterarm. Schmerzen sind ein Zeichen für das RSI-Syndrom. Bild: Pexels / Anete Lusina

Hand und Arm schmerzen? Das könnte am RSI-Syndrom liegen. Bild: Pexels / Anete Lusina

Home Office erhöht Risiko des RSI-Syndroms

Bei der – gerade in Zeiten des Lockdown dauerhaften – Arbeit im Home Office scheint sich das Risiko für die Entwicklung des RSI-Syndroms zu erhöhen. Der Grund: Hier sitzen viele Mitarbeiter auf einem gewöhnlichen Stuhl am Küchentisch und häufig steht Ihnen für Ihre Tätigkeit nur ein Laptop zur Verfügung. Dadurch leidet dann nicht nur der Rücken, sondern auch Hand- und Armbeschwerden scheinen zuzunehmen.

Auch hier sollten Arbeitgeber darüber nachdenken, wie Sie die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern können. Passend zum Laptop hilft auch hier externe Hardware, sprich: Monitor plus ergonomische Maus und Tastatur. Dieses Hardware-Equipment kann schon echte Wunder wirken. Vor allem für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern dauerhaft das Home Office anbieten möchten, ist eine solche Anschaffung sinnvoll.

Tipps: dem Mausarm vorbeugen

Zudem sollten Sie Ihre Mitarbeiter über ergonomisches Arbeiten im Allgemeinen und das Vorbeugen des Mausarms im Besonderen informieren – unabhängig davon, wo sich Ihre Mitarbeiter aufhalten. Diese Tipps zur Anti-Mausarm-Taktik sollten bei der Arbeit möglichst befolgt werden:

  • Mischarbeit: Tätigkeiten mit verschiedenen Bewegungsmustern sollten sich am besten abwechseln.
  • Pausen: Es hilft, regelmäßig Pausen einzulegen und die Muskulatur mit Schulterrollen und Co. zu lockern.
  • Stress: Anhaltender Stress und Leistungsdruck sorgen für psychische und physische Anspannung – und vergrößern die Tendenz zum RSI-Syndrom.
  • Zehn-Finger-System: Indem alle Finger im Einsatz sind, verteilt sich die Belastung.
  • Short-Cuts: Damit die Maushand öfters mal Pause hat, sind Short-Cuts auf der Tastatur hilfreich.
  • Loslassen: Es muss nur gelesen werden? Dann Hände weg von Tastatur und Maus.
  • Haltung: Die richtige Haltung wirkt Wunder; die Handgelenke sollten beispielsweise nicht abknicken, damit das Blut zirkulieren kann.

Während sich diese Tipps vor allem auf Verhaltensmuster während der Arbeit beziehen, können auch die Pausen dafür genutzt werden, aktiv einen Mausarm zu verhindern oder die Symptome zu lindern. Nämlich mit entsprechenden Übungen.

Tipps: diese Übungen helfen gegen Mausarm

Aber was für Übungen sind das? Wir haben eine kleine Auswahl für ein kurzes Workout gegen den Mausarm für Sie zusammengestellt:

  • Schultern etwa zehn Mal nach hinten und nach vorne kreisen lassen.
  • Hinstellen, Hände ineinander verschränken, Arme über den Kopf heben, auf die Zehenspitzen stellen, strecken.
  • Hände, Arme und Schulten nach vorne ziehen, den Rücken dehnen und einige Sekunden halten.
  • Arme und Hände zur Auflockerung schütteln (beim Schreiben am besten mehrmals pro Stunde).
  • Daumen in die Faust nehmen, kurz halten, Hand öffnen und Finger spreizen, wiederholen (zehn Mal).
  • Erst mit geballter Faust, dann mit gespreizten Fingern die Hände in abwechselnder Richtung Kreisen lassen.

Wichtig: Sie sollten Ihre Mitarbeiter regelmäßig an diese Übungen erinnern, denn wenn keine konkreten Beschwerden vorliegen, geraten solche Hinweise oft wieder in Vergessenheit. Vielleicht setzen Sie für alle direkt einen Reminder in die Kalender?

IT-Experten unterstützen bei Hardware-Auswahl

Sie möchten die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter durch den Einsatz spezieller Hardware fördern, wissen aber nicht so genau, welche sich für Ihren Bedarf am besten eignet? Dann haben wir an dieser Stelle noch eine gute Nachricht für Sie: Unsere Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK kennen sich auf diesem Gebiet selbstverständlich aus und können Ihnen eine Auswahl empfehlen.

Und nicht nur das: Auf Wunsch übernehmen unsere IT-Fachleute neben der Beratung auch die Beschaffung der Hardware und können zudem bei der Einrichtung unterstützen, sofern hier ebenfalls Bedarf besteht. Sie möchten dazu mehr erfahren? Dann zögern Sie nicht und nehmen am besten direkt Kontakt auf! Wir freuen uns auf Ihre unverbindliche Anfrage.


Weiterführende Links:
Liebscher & Bracht, IKK, IT-Business

Janina Kröger

Seit Anfang 2019 ist Janina Kröger für den Blog des IT-SERVICE.NETWORK verantwortlich. Neue IT-Trends? Wichtige Business-News? Die studierte Germanistin und ausgebildete Redakteurin behält nicht nur das Geschehen auf dem IT-Markt im Blick, sondern versteht es zudem, das IT-Wissen des IT-SERVICE.NETWORK verständlich aufzubereiten.

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