IT-Infrastruktur

KI-Agenten im Job

Warum Menschen weiterhin unverzichtbar bleiben

von 21.01.2026
KI-Agenten im Job verändern Arbeitsprozesse und Aufgabenverteilungen. Bild: Unsplash/Immo Wegmann
KI-Agenten im Job verändern Arbeitsprozesse und Aufgabenverteilungen in Unternehmen. Bild: Unsplash/Immo Wegmann

Der Einsatz von KI-Agenten im Job verändert die Arbeitswelt rasant. Eine McKinsey-Studie zeigt jedoch: Rund 70 Prozent der heute relevanten Fähigkeiten bleiben trotz KI und Automatisierung gefragt.

Wir zeigen, wie sich die Arbeitsteilung mit KI-Agenten entwickelt und welche Kompetenzen dabei künftig besonders gefragt sind.

Wie KI-Agenten Arbeit neu organisieren

Künstliche Intelligenz (KI) und KI-Agenten verändern die täglichen Arbeitsprozesse in Unternehmen rasant: Routinetätigkeiten werden automatisiert, Assistenzsysteme übernehmen vorbereitende Aufgaben und Entscheidungen werden zunehmend datenbasiert unterstützt.

Doch entgegen weitverbreiteter Befürchtungen zeigt eine aktuelle Studie des McKinsey Global Institute, dass dieser Wandel nicht unbedingt zum kompletten Verlust menschlicher Kompetenzen führt. Ganz im Gegenteil: Der Mensch bleibt relevant, KI kann ihn nicht ersetzen.

Die Studie zeigt: Rund 70 Prozent der heute relevanten Fähigkeiten bleiben auch im Zeitalter von KI und Robotik gefragt. Allerdings in neuen Rollen, Kontexten und Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

KI-Agenten automatisieren Routinen und unterstützen Entscheidungen. Das soll hier eine Runde von Mitarbeitern an einem Tisch vor einem Laptop verdeutlichen. Bild: Pexels/Diva Plavalaguna

KI-Agenten automatisieren Routinen und unterstützen Entscheidungen. Bild: Pexels/Diva Plavalaguna

Analyse der Arbeitsteilung zwischen Mensch und KI

In ihrer Studie „Agents, robots, and us: Skill partnerships in the age of AI“ untersucht das McKinsey Global Institute, wie sich der Einsatz von KI-Agenten und Robotik auf bestehende Arbeitsmodelle auswirkt. Im Fokus steht dabei nicht die Frage, welche Jobs verschwinden, sondern wie sich Tätigkeiten innerhalb von Rollen verändern.

McKinsey kommt zu dem Ergebnis, dass zwar mehr als 57 Prozent der heutigen Arbeitsstunden in den USA technisch automatisierbar wären, dies jedoch nicht automatisch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führt.

Stattdessen verschieben sich Aufgaben, während neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI-Systemen entstehen. Der Wandel betrifft somit weniger die Existenz von Arbeit, sondern vor allem deren Organisation und Ausgestaltung.

Warum menschliche Kompetenzen auch mit KI unverzichtbar bleiben

Die McKinsey-Studie zeigt deutlich, dass der Einsatz von KI-Agenten nicht zum Wegfall zentraler Fähigkeiten führt. Mehr als 70 Prozent der heute gefragten Kompetenzen bleiben relevant, auch wenn sich Tätigkeiten technisch automatisieren lassen. Der Grund: Viele Fähigkeiten sind nicht an einzelne Aufgaben gebunden, sondern an Entscheidungs-, Kommunikations- und Verantwortungsprozesse.

Besonders Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, kritisches Denken, Zusammenarbeit sowie Führungs- und Managementfähigkeiten behalten ihren hohen Stellenwert. KI-Systeme können Informationen analysieren und Abläufe beschleunigen, übernehmen jedoch keine Verantwortung für Entscheidungen oder soziale Dynamiken.

Für Beschäftigte bedeutet das, dass sich Arbeitsinhalte verändern, nicht jedoch der Wert grundlegender Kompetenzen. Unternehmen müssen diese Fähigkeiten gezielt fördern und in neue, KI-gestützte Arbeitsmodelle integrieren, um langfristig handlungsfähig zu bleiben.

Menschliche Kompetenzen bleiben trotz KI entscheidend für Entscheidungen und Zusammenarbeit. Das soll hier ein Team das zusammen ein Brainstorming ohne digitale Geräte machen symbolisieren. Bild: Pexels/Alena Darmel

Menschliche Kompetenzen bleiben trotz KI entscheidend für Entscheidungen und Zusammenarbeit. Bild: Pexels/Alena Darmel

KI als Werkzeug, nicht als Ersatz

Die Studie macht deutlich, dass Automatisierung vor allem einzelne Arbeitsschritte effizienter gestaltet, nicht jedoch den Menschen als Ganzes ersetzt. KI-Agenten übernehmen zunehmend repetitive, regelbasierte oder vorbereitende Aufgaben – etwa Datenerfassung, Dokumentation oder erste Analysen.

Die Verantwortung für das Verständnis von Kontexten, das Abwägen von Optionen und das Treffen fundierter Entscheidungen bleibt beim Menschen. Gerade bei komplexen Fragestellungen, strategischen Überlegungen oder kreativen Lösungsansätzen stoßen automatisierte Systeme an ihre Grenzen.

Beschäftigte übernehmen daher vermehrt koordinierende, steuernde und bewertende Rollen: Sie prüfen Ergebnisse, interpretieren Empfehlungen von KI-Systemen und integrieren diese in übergeordnete Arbeitsabläufe. Der eigentliche Mehrwert entsteht nicht durch die Automatisierung einzelner Tasks, sondern durch das Zusammenspiel von menschlicher Urteilskraft und maschineller Effizienz.

Neue Skills gewinnen an Bedeutung: AI Fluency

Ein weiterer zentraler Befund der McKinsey-Studie ist der starke Bedeutungszuwachs sogenannter „AI Fluency“. Darunter versteht man die Fähigkeit, KI-Tools sicher anzuwenden, ihre Ergebnisse richtig einzuordnen und ihre Einsatzmöglichkeiten kritisch zu bewerten. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich die Nachfrage nach entsprechenden Kompetenzen in Stellenanzeigen laut McKinsey versiebenfacht.

Unternehmen suchen dabei längst nicht mehr ausschließlich nach technischen Spezialkenntnissen. Gefragt sind vielmehr Mitarbeiter, die den Einsatz von KI aktiv begleiten, Arbeitsprozesse gemeinsam mit KI-Agenten gestalten und deren Ergebnisse überwachen können.

AI Fluency umfasst somit sowohl ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise von KI als auch die Fähigkeit, Mensch-Maschine-Zusammenarbeit verantwortungsvoll zu steuern. Für Unternehmen wird diese Kompetenz zunehmend zum entscheidenden Faktor, um Produktivität, Qualität und Kontrolle im Umgang mit KI-Systemen sicherzustellen.

AI Fluency wird zur Schlüsselkompetenz im Umgang mit KI-Agenten. Was hier ein Smartphone mit ChatGPT und einem Handbuch verdeutlicht. Bild: Pexels/Sanket Mishra

AI Fluency wird zur Schlüsselkompetenz im Umgang mit KI-Agenten. Bild: Pexels/Sanket Mishra

KI-Agenten im Job: Strategien für nachhaltige Arbeitsprozesse

Für Unternehmen ergibt sich daraus die klare Aufgabe, den Einsatz von KI-Agenten strategisch zu steuern, statt Automatisierung um ihrer selbst willen voranzutreiben. Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch umgesetzt werden.

Vielmehr gilt es, Arbeitsprozesse so zu gestalten, dass Menschen und KI-Systeme sinnvoll zusammenarbeiten und ihre jeweiligen Stärken ausspielen können. Gleichzeitig gewinnt gezielte Qualifizierung an Bedeutung: Beschäftigte müssen in KI-komplementären Fähigkeiten geschult werden, um Tools sicher anzuwenden und Ergebnisse richtig einzuordnen.

Darüber hinaus sollten Unternehmen Rollenprofile überprüfen und weiterentwickeln, anstatt bestehende Strukturen einfach zu ersetzen. Wer diesen Wandel aktiv gestaltet, kann Produktivität und Innovationskraft steigern und zugleich wertvolles Erfahrungswissen im Unternehmen sichern.

Arbeitsteilung mit KI-Agenten: Zusammenarbeit richtig gestalten

Wie die McKinsey-Studie zeigt, erfordert der Einsatz von KI-Agenten und automatisierten Systemen ein vorausschauendes Vorgehen. Die Einführung intelligenter Assistenzsysteme, neue Rollenprofile, veränderte Arbeitsabläufe und steigende Anforderungen an Qualifizierung lassen sich nicht isoliert oder kurzfristig umsetzen.

Gerade in Unternehmen mit komplexen Strukturen, mehreren Abteilungen und etablierten Prozessen sind klare Strategien und fundierte Entscheidungen entscheidend. Die Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK unterstützen Unternehmen dabei, den Einsatz von KI-Agenten strukturiert zu planen – von der Analyse bestehender Arbeitsprozesse über die sinnvolle Integration von KI-Tools bis hin zur Entwicklung tragfähiger Qualifizierungs- und Governance-Konzepte.

Dabei geht es nicht nur um Technologie, sondern vor allem um Menschen, Prozesse und Verantwortlichkeiten. So entsteht eine nachhaltige Mensch-KI-Zusammenarbeit, die Effizienz steigert, Kompetenzen erhält und Unternehmen langfristig zukunftsfähig macht.


Weiterführende Informationen:
it-business, bigdata-insider, ap-verlag, wuv, mckinsey, mckinsey, mckinsey
Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir im Text die männliche Form. Gemeint sind jedoch immer alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten.

Geschrieben von

Sandra Morgenroth unterstützt seit April 2025 das Marketing-Team als Content-Redakteurin für den Blog des IT-SERVICE.NETWORK. Ihren beruflichen Start machte sie in der Ausbildung zur Medienkauffrau bei der Lippstädter Tageszeitung. Danach ging Sandra für das Studium Medien- und Kommunikationsmanagement nach München. Nach einigen Jahren im fernen Bayern zog es sie wieder zurück in die Heimat. Anfang… Weiterlesen

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