Datenklau – 5 Sofort-Maßnahmen

Schnelle Hilfe bei Datendiebstahl

Von in IT-Sicherheit
11
Feb
'19

Opfer von Datenklau sind zunächst vor allem eines: panisch. Und das durchaus zu recht, schließlich kann ein Datendiebstahl extrem üble Folgen haben. Aber: Wer schnell handelt, kann häufig noch das Schlimmste verhindern.

Wir verraten, was Sie bei einem Datenklau tun können, um den Schaden möglichst in Grenzen zu halten.

Erste Hilfe bei Datenklau – Tipps & Sofort-Maßnahmen

Wichtige Daten wurden abgegriffen, der Schreck ist gewaltig. Bevor Sie aber direkt in Panik verfallen, kommt unser erster und wichtigster Tipp für eine solche Situation vorweg: Bleiben Sie zunächst einmal ruhig. Sie sind weder die erste, noch die einzige Person, die Opfer eines Datendiebstahls wurde. Nackte Panik nützt keinem etwas, am wenigsten Ihnen selbst.

Und genau deshalb, weil Sie eben nicht das erste Opfer eines Datendiebstahls sind, existieren bereits wichtige Tipps für Sofortmaßnahmen nach einem Datenklau. Unser Tipp: Führen Sie nach einem Datendiebstahl einfach die Schritte durch, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Danach lehnen Sie sich erst einmal zurück und warten ab

Vorsicht vor Datenklau & Datendiebstahl. Bild: Tima Miroshnichenko/Pexels

Bei Datenklau beachten Sie die wichtigen Tipps und Sofortmaßnahmen. Bild: Tima Miroshnichenko/Pexels

Tipp 1: Neue E-Mail-Adresse einrichten & alle Passwörter ändern

Wichtig: Sind Sie Opfer eines Datenklaus geworden, genügt es nicht, nur die Passwörter aller wichtigen Accounts zu ändern. Denn wenn die Hacker die Zugangsdaten Ihrer E-Mail-Adresse erbeutet haben, können sie die neuen Kennwörter ohne Mühe zurücksetzen und selbst neu vergeben. Richten Sie sich daher nach einem Datendiebstahl im Internet oder durch einen Hackerangriff am besten eine komplett neue E-Mail-Adresse ein. Im Anschluss daran ändern Sie sowohl die hinterlegte E-Mail-Adresse als auch die Passwörter bei allen wichtigen Anwendungen. Das können sein:

  • Online-Banking Accounts (Bankinstitut, Kreditkarteninstitut usw.)
  • Soziale Medien (zum Beispiel Facebook, Twitter, Instagram, Xing, Linkedin usw.)
  • Bezahldienste wie PayPal
  • Online Shops (zum Beispiel Amazon, eBay, Zalando usw.)
  • Reiseportale
  • zusätzliche E-Mail-Accounts

Achtung: Verwenden Sie nach einem Datenklau keinesfalls Passwörter, die den alten ähneln. Zudem sollte jeder Account ein eigenes, sicheres Passwort besitzen. Am besten nutzen Sie einen sicheren Passwort-Manager und lassen sich neue, absolut sichere Kennwörter generieren.

Tipp 2: Konten im Blick behalten & Bank informieren

Vorsicht, wenn die Gefahr besteht, dass sich der Datenklau im Internet oder durch einen Hackerangriff auch auf Ihre Bankdaten erstreckt hat. Behalten Sie alle Konten, Sparbücher und auch die Kreditkartenabrechnung immer im Blick. Selbiges gilt für Accounts bei Bezahldiensten wie Paypal und Co. Datendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, sondern strafbar. Wenn Sie Opfer von Datendiebstahl geworden sind, sollten Sie spätestens jetzt zur Polizei gehen.

Informieren Sie zudem Ihre Bank über den Datendiebstahl. Ihr Ansprechpartner dort kann Sie zu möglichen Maßnahmen beraten und alle Transaktionen im Blick behalten. Der Nachweis über eine Anzeige des Datendiebstahls bei der Polizei kann beispielsweise bei Kreditkartenunternehmen dazu führen, dass ein finanzieller Schaden zumindest in Teilen ersetzt wird. Im schlimmsten Fall sollten Sie zur Sicherheit neue Konten eröffnen.

Tipp 3: Keine Panik bei ominösen Briefen oder Rechnungen per Post

Einige Kriminelle nutzen die aus dem Datenklau erworbenen Adressdaten, um auf anderem Weg an Geld zu kommen – das ist ein sehr klassisches Datendiebstahl-Beispiel. Es kann also in Folge des Datendiebstahls im Internet oder durch einen Hackerangriff durchaus passieren, dass Sie plötzlich Zahlungsaufforderungen, Rechnungen oder gefälschte Anwaltsschreiben erhalten. In diesem Fall gilt wieder: Ruhig bleiben! Hinter den unberechtigten Forderungen verbergen sich häufig Briefkastenfirmen oder gar Absender, die noch nicht einmal einen Briefkasten haben. Sofern möglich, legen Sie schriftlich (per Einschreiben) Widerspruch gegen die Zahlungsaufforderungen ein. 

Besitzen Sie eine Rechtsschutzversicherung, kann diese im Zweifel ebenfalls helfen. So oder so: Zahlen Sie auf keinen Fall! Abgesehen davon, dass das Geld dann erst einmal weg ist, haben Sie in der Regel auch keine Chance auf Erstattung – selbst wenn die Betrüger irgendwann gefasst werden. Auch die häufig angedrohten „Besuche“ von Inkasso-Unternehmen sind in der Regel nur leere Drohungen.

Datendiebstahl wird bestraft. Bild: Vitaly Vlasov/Pexels

Die oberste Devise bei Datendiebstahl: Zahlen Sie auf keinen Fall! Bild: Vitaly Vlasov/Pexels

Tipp 4: E-Mail-Postfach im Blick behalten

Behalten Sie das Postfach Ihrer alten E-Mail-Adresse nach dem Datenklau weiterhin im Auge, sofern Sie sich noch problemlos einloggen können. Selbst wenn „nur“ Ihre E-Mail-Adresse ohne Zugangsdaten bei Hackern gelandet ist, werden Sie die Folgen des Datendiebstahls spüren. Zum Beispiel in Form regelrechter Spam-Tsunamis. Das ist dann allerdings das geringste Übel, vor allem, wenn Sie Tipp 1 befolgt haben. 

Dafür ist es umso wichtiger, dass Sie keine Spam-Mails aus Ihrem alten Postfach oder gar Datei-Anhänge öffnen oder auf Links klicken. Im schlimmsten Fall geht dann der Ärger nämlich erst recht los und Sie laden sich gefährliche Trojaner oder Ransomware auf Ihren Rechner.

Tipp 5: Nach Datenklau Dienstleister beauftragen

Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die auf die schnelle Hilfe bei Datenklau oder gar Identitätsdiebstahl spezialisiert sind und Sie entsprechend unterstützen können. Vor allem für vielbeschäftigte Menschen, die den Aufwand nicht selbst betreiben wollen oder können, kann das eine gute und effiziente Lösung bei Datendiebstahl im Internet oder durch einen Hackerangriff darstellen. Selbiges gilt vor allem, wenn sensible Firmendaten zur Beute der Kriminellen gehören. 

Um hingegen Ihren Rechner und/oder Server bestmöglich vor Folgeangriffen zu schützen, kontaktieren Sie einen der Sicherheitsexperten aus dem IT-SERVICE.NETWORK. Mittels professioneller Software kann ein (erneutes) Eindringen von Trojanern und Co. verhindert werden. Auch bei der Durchführung der vorangegangenen Tipps für schnelle Hilfe nach einem Datendiebstahl, wie beispielsweise der Implementierung eines Passwort-Managers, helfen unsere Spezialisten.


Weiterführende Links:
Kanzlei Schiller, Trusted Shops

Lena Klaus

Lena Klaus arbeitet seit 2018 als freie Autorin und SEO-Expertin für das IT-SERVICE.NETWORK. Seit 2013 kennt sie die IT-Branche und hat sich in diesem Zusammenhang auf B2C- und B2B-orientierte Content-Plattformen spezialisiert.

Fragen zum Artikel? Frag den Autor

Gisela Gerstgrasser, 1. Juni 2020 um 10:40

Wieso beklaut jemand die Daten anderer Leute?

Antworten

    IT-SERVICE.NETWORK-Team, 3. Juni 2020 um 7:54

    Hallo Gisela,

    Daten gelten heutzutage als das „Gold“ eines Unternehmens, aber auch die Daten von Privatpersonen sind für Cyberkriminelle wertvoll.

    E-Mail-Adressen können zum Beispiel zu Werbezwecken verkauft werden; durch Login-Daten zu Online-Bankkonten oder Online-Shops, die mit einem Bankkonto verknüpft sind, können die Cyberkriminellen Profit schlagen; Unternehmen haben zahlreiche Kundendaten, oft inklusive Bankdaten, die die Kriminellen zu Geld machen; zudem hüten Unternehmen viele Betriebsgeheimnisse, beispielsweise zu neuen Produktentwicklung, die Cyberkriminelle an die Konkurrenz verkaufen könnten.

    Das sind nur einige wenige Beispiele, die verdeutlichen, weshalb Daten für Cyberkriminelle so attraktiv sind.

    Wir hoffen, wir konnten Ihre Frage damit beantworten.

    Viele Grüße
    Ihr IT-SERVICE.NETWORK-Team

    Antworten

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