Flexible Arbeitszeitmodelle

Voller Lohnausgleich nicht wirtschaftlich

Von in Aktuelles
18
Jun
'20

Flexible Arbeitszeitmodelle sind ein Thema, mit dem sich der Mittelstand immer stärker auseinandersetzt. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat jetzt klar gemacht, dass man gerne bereit ist, mehr auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzugehen. Ein Aber gibt es trotzdem.

Wir erklären, welche Vor- oder Nachteile sich für Sie als Arbeitgeber ergeben.

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Flexible Arbeitszeitmodelle sind gefragter denn je. Bild: Pixabay/geralt

Flexible Arbeitszeitmodelle immer gefragter

Stichwort Work-Life-Balance: Immer mehr Arbeitnehmer pochen auf eine Erhöhung der Flexibilität bezüglich ihrer Arbeitszeit. Und diese Forderungen sind für Unternehmer noch von der angenehmeren Sorte. Immerhin schreien andere schon lange nach einer Abschaffung der 5-Tage-Woche oder wollen es den Skandinaviern gleichmachen, die vielfach schon den 6-Stunden-Tag eingeführt haben.

Im Kern wollen dann aber doch alle irgendwo das Gleiche: Weniger arbeiten, idealerweise natürlich bei gleichem Lohn. Eine Rechnung, die für den Bundesverband mittelständische Wirtschaft, kurz BVMW, nicht aufgeht. Dort heißt es: „Arbeitszeitverkürzungen mit vollem Lohnausgleich sind weder ökonomisch zu rechtfertigen, noch angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels bezahlbar.“

Dennoch muss ein Umdenken stattfinden, denn starre Arbeitszeitmodelle sind die beste Methode, gute Mitarbeiter zu verlieren. Aber wie könnten neuartige Modell aussehen?

Neue Arbeitszeitmodelle ja, voller Lohnausgleich nein?

Jedem Unternehmer graut es vermutlich davor, seinen Mitarbeitern pauschal und einfach so eine satte Gehaltserhöhung zu schenken. Denn um nichts Anderes handelt es sich ja, wenn die Löhne gleich bleiben, aber die Arbeitszeit reduziert wird. Ganz so einfach ist die Rechnung dann aber doch nicht. Immerhin haben Studien aus Skandinavien gezeigt, dass unterm Strich kein Verlust für das Unternehmen entsteht.

Warum? Weil die Produktivität der Mitarbeiter steigt. Fallbeispiele haben gezeigt, dass Teams in 6 Stunden mindestens genauso viel, wenn nicht sogar mehr, schaffen als in 8 Stunden. Wieder andere führen eine Art 12-Stunden-Tag ein, allerdings werden dazu zweimal 6 Stunden auf die Mitarbeiter verteilt. Ergebnis: Die Endkunden profitieren von erweiterten Service-Zeiten, der Umsatz steigt.

Dennoch sollte auch hier keinesfalls pauschalisiert werden. Was in einigen Unternehmen gut funktioniert, kann für andere der Todesstoß sein. Flexible Arbeitszeitmodelle müssen vor allem eines sein: wirtschaftlich.

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Die lückenlose Erfassung der Arbeitszeit aller Mitarbeiter wird bald Pflicht. Bild: Pixabay/geralt

Flexible Arbeitszeit – Möglichkeiten der Gestaltung

Wenn sich also Arbeitnehmer und Arbeitgeber darauf einigen können, dass die starre Arbeitszeit nicht mehr zeitgemäß ist, aber auch niemand etwas zu verschenken hat, ist eine gesunde Basis für den Wandel geschaffen.

Unternehmer können damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen steigt die Zufriedenheit der bestehenden Angestellten.Zum anderen haben sie es leichter bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. In Zeiten des Fachkräftemangels überlegt es sich der Nachwuchs nämlich gut, ob er sich für ein Unternehmen mit starren oder mit flexiblen Arbeitszeitmodellen entscheiden.

Letztlich ist es doch so, dass Sie sich als potenzieller Arbeitgeber attraktiv positionieren, wenn Sie Forderungen nach flexiblem Arbeiten nachgehen. Vielleicht stechen Sie damit im Wettbewerb um Nachwuchskräfte sogar viel renommiertere Unternehmen aus, die in Sachen Flexibilität zu wünschen übrig lassen.

Mit kleinen Schritten zu flexiblen Arbeitszeitmodelle

Wer nicht sofort das etablierte Modell über den Haufen werfen möchte, kann auch erst einmal klein anfangen. Wir haben Maßnahmen zusammengestellt, mit denen Sie die ersten Schritte zu einem flexiblen Arbeitszeitmodell gehen können:

  • Home Office: Mitarbeiter dürfen (sofern möglich) einmal pro Woche Home Office machen. Die Arbeitszeit wird über ein entsprechendes Tool erfasst, Arbeitsergebnisse werden dem Vorgesetzten präsentiert. Übrigens: Derartige Tools werden über kurz oder lang mit dem Urteil des europäischen Gerichtshofs sowieso verpflichtend für Unternehmen.
  • Kurzer Freitag: Wer von Montag bis Donnerstag richtig „reinhaut“, darf freitags früher gehen. Ein Rotationssystem kann dafür sorgen, dass trotzdem immer mindestens eine Person pro Abteilung für Kunden erreichbar ist.
  • Erweiterung der Kernarbeitzeit: Mit einer Öffnung in die Morgenstunden (zum Beispiel von 8 Uhr auf 6 Uhr) erfreuen Sie vor allem Eltern, die nachmittags ihre Kinder abholen müssen. Mit einer Öffnung in den Abend hinein (zum Beispiel von 17 Uhr auf 20 Uhr) machen Sie sich Freunde bei den „Eulen“, die ausgeschlafen produktiver sind als im müden Zustand.

Mit diesen Maßnahmen greifen Sie nicht allzu sehr in etablierte Unternehmensprozesse. Die Effekte für den einzelnen Mitarbeiter sind dagegen schon enorm. Es spricht im Übrigen auch nichts dagegen, Maßnahmen zunächst testweise und zeitlich befristet umzusetzen. Sehen Sie dann, dass es klappt, kann die Änderung endgültig werden. Klappt es nicht, ist den Mitarbeitern bewusst, dass es an ihnen selbst lag.

Experten implementieren Arbeitszeiterfassung

In Richtung Home Office haben viele Unternehmen in den vergangenen Monaten bereits mehr Flexibilität gewonnen – und die Erfahrung gemacht, dass die Arbeit im Home Office funktioniert und sich der Vertrauensvorschuss an die eigenen Mitarbeiter am Ende auszahlt. Bedenken Sie, dass am Ende des Tages nur wichtig ist, dass die Arbeit getan ist.

Unser Tipp: Auch wenn es schwer fällt, sich von den alten Zöpfen zu trennen, denken Sie an die Zukunft. Mit der Einführung von Home Office haben Sie vielleicht schon einen ersten Schritt getan. Halten Sie daran fest und überlegen sich, wie Sie das Arbeitszeitmodell in Ihrem Unternehmen vielleicht noch flexibler gestalten können. Es kann sich für Sie mehr als lohnen.

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Hardware- und Software-Beschaffung

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Lena Klaus

Lena Klaus arbeitet seit 2018 als freie Autorin und SEO-Expertin für das IT-SERVICE.NETWORK. Seit 2013 kennt sie die IT-Branche und hat sich in diesem Zusammenhang auf B2C- und B2B-orientierte Content-Plattformen spezialisiert.

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