Führungskultur im Wandel

Mit Vertrauen gegen die Sorge vor Kontrollverlust

Von in Aktuelles
26
Feb
'21

Die Führungskultur befindet sich im Wandel. Und natürlich trägt die Corona-Pandemie auch hier eine Mitschuld. In Zeiten von #stayhome und vor allem dem übergreifenden Dauer-Home-Office ergeben sich auch für Führungskräfte neue Herausforderungen, die nicht immer positiv wahrgenommen werden.

Wir verraten, welche das sind und inwieweit sie die Führungskultur beeinflussen können.

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Jede moderne Führungskultur braucht einen Chef, aber keinen Diktator. Bild: Pixabay/geralt

Führen auf Distanz – Neuland für viele Unternehmen

Seit Corona ist der Arbeitsalltag nicht mehr so, wie er vorher war. Und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird es auch in der Arbeitswelt „nach Corona“ keine komplette Rückkehr zu den alten Arbeits- und Büro-Gewohnheiten geben. Denn: Themen wie das Home Office oder Remote Work im Allgemeinen verschwinden nicht, sobald der Impfstoff da ist – und möglichst flächendeckend verteilt ist.

Für viele Unternehmer wirkt diese Pille recht bitter, denn sie fürchten die Folgen des andauernden Kontrollverlusts. Die Frage, ob diese Sorge überhaupt berechtigt ist, wird allerdings höchst selten gestellt. Vielmehr scheint es sich bei der Problematik um eine Eigenart zu handeln, die in der Natur des Menschen liegt: Er gewöhnt sich nur schwer und ungern an Neues. Und er hat Sorge vor dem Schwinden seiner Macht.

Dabei bieten die aktuellen und künftigen Entwicklungen auch große Chancen. Nämlich die Etablierung einer neuen, modernen Führungskultur. Gerade das kann in Zeiten des „War of Talents“ eine der strategisch besten Entscheidungen darstellen.

Präsenzkultur vs. Home Office

Einige Experten für die Arbeitskultur prophezeien Unternehmen, die perspektivisch weiterhin auf eine strikte Präsenzkultur setzen, künftig keine Bewerbungen mehr zu erhalten. Und nicht nur das. Sie sollten zudem davon ausgehen, gute Mitarbeiter zu verlieren.

Auch wenn nicht jeder Angestellte das Home Office der klassischen Büro-Arbeit vorzieht, so scheint die Sorge nicht unbegründet. Denn einmal abgesehen vom Corona-bedingten Dauerzustand, der durchaus viele Arbeitnehmer nervt und das Sozialleben brachlegt, bieten flexible Arbeitszeit- und Ort-Modelle zahlreiche Vorteile. Stichwort: Work-Life-Balance.

Schon lange vor der Pandemie zeichnete sich ab, dass die Generation Digital Native andere Prioritäten setzt als ihre Vorgänger. Lieber weniger Geld, dafür mehr Freizeit – so die Zusammenfassung. Was aber macht all das mit der Führungskultur? Einfach gesagt: Es erzwingt einen Wandel.

Neue Führungskultur einführen

Eine moderne Führungskultur zeichnet sich dadurch aus, dass Werte wie Vertrauen, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein die Pole-Position einnehmen. Natürlich bleiben klare Regeln und eindeutige Richtlinien wichtig, schließlich kann und soll nicht einfach jeder nur das machen, was er will.

Im Kern geht es aber vor allem darum, den Mitarbeitern Wertschätzung entgegen zu bringen. Kommunikation auf Augenhöhe ist dabei das Zauberwort. Wer hingegen in seiner Rolle als Chef gerne den absolutistischen Herrscher über eine Reihe blinder Schafe spielt, wird damit nicht weit kommen.

Aber wie lässt sich eine neue beziehungsweise eine situativ anpassbare Führungskultur etablieren? Wir haben einige Tipps zusammengetragen, die Ihrem Unternehmen genau bei dieser Fragestellung helfen können und sollen.

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Die lückenlose Erfassung der Arbeitszeit aller Mitarbeiter wird sowieso bald Pflicht. Bild: Pixabay/geralt

Klare Regelungen für Arbeitszeit & Arbeitsort

Wichtig: Vermeiden Sie Wildwuchs und Einzelabsprachen! Vor allen Letztere können einen extrem schlechten Einfluss auf das Betriebsklima haben und zudem herrscht irgendwann das Chaos. Legen Sie beispielsweise genau fest, wie viele Tage Home Office pro Woche erlaubt sind. Definieren Sie dazu auch den allgemein gültigen Arbeitszeitrahmen und die Pausenregeln. Führen Sie – sofern noch nicht vorhanden – ein Tool für die digitale Zeiterfassung ein.

Sollten Sie komplett auf Flexibilität setzen wollen, weisen Sie Ihre Mitarbeiter dazu an, ihre Arbeitszeiten für alle Kollegen einsehbar zu dokumentieren – beispielsweise durch einen öffentlichen Kalender. Das schafft Transparenz und Vertrauen für alle Beteiligten.

Regeln zur Erreichbarkeit

Mitarbeiter A liest auch im Urlaub seine E-Mails; Mitarbeiter B geht nie ans Telefon, wenn er im Home Office arbeitet. Das ist nur ein kontrastreiches Beispiel dafür wie unterschiedlich Mitarbeiter, die von zuhause aus arbeiten, das Thema Erreichbarkeit handhaben. Auch hierzu sollten daher unbedingt einheitliche Regeln aufgestellt werden.

Wichtig: Beachten Sie als Arbeitgeber dazu die gesetzlichen Vorgaben. Denn ein Recht auf Erreichbarkeit abseits der Arbeitszeiten existiert nicht. Für alles, was im Rahmen der Kernarbeitszeit stattfindet, sollten aber klare Regeln getroffen werden – gerade durch die vermehrte Nutzung des Home Office.

Mitarbeiter können durch Tools wie den gemeinsamen Kalender oder auch Status-Mitteilungen im Kommunikationstool der Wahl Erreichbarkeiten angeben – und sich im Gegenzug Freiräume für ungestörtes, konzentriertes Arbeiten blocken.

Kommunikationsmittel und -wege

In einer modernen Führungskultur dreht sich eigentlich fast alles um die Kommunikation. Prüfen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern, an welchen Stellen diesbezüglich noch Luft nach oben ist. Glücklicherweise gibt es inzwischen so einige Mittel und Wege – nämlich diverse Anwendungen – die die Kommunikation nachhaltig verbessern.

Allein die Implementierung eines Kollaborationstools wie Microsoft Teams kann die Zusammenarbeit zwischen Ihren Mitarbeitern auf ein ganz neues Level heben. Und auch Sie als Führungskraft profitieren von nützlichen Funktionen, Möglichkeiten der schnellen Abstimmung und den bereits erwähnten Status-Anzeigen zu den Aktivitäten der Mitarbeiter, die nicht im Büro vor Ort sind.

Digital Trust

Digital Trust ist einer der Schlüsselbegriffe unserer Zeit. Bild: Pixabay/geralt

Führungskultur ohne Kontrollverlust

Bei allen Veränderungen der Führungskultur, mit denen Sie sich vielleicht schwer tun, sollten Sie immer bedenken, dass die menschliche Fähigkeit zu vertrauen ein Grundpfeiler unserer gesamten Gesellschaft ist. Und: Sie selbst haben sich Ihre Mitarbeiter ausgesucht und viel Zeit in die Personalsuche investiert. Sicherlich haben Sie dabei gute Entscheidungen getroffen – warum also sollte es sich auf einmal bei Ihren Angestellten um faules Pack handeln, das lieber Netflix schaut, anstatt zu arbeiten?

Daher vielleicht noch eine wichtige Information zum Schluss: Eine aktuelle Langzeitstudie sagt, dass Angestellte im Home Office tendenziell mehr arbeiten und produktiver sind. Und das können Sie durch die Einführung der richtigen Tools und der perfekten Home-Office-Ausstattung sogar noch fördern.

Sie benötigen dabei Unterstützung? Kein Problem: Die Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK beraten Sie gern zur passenden Hardware und Software. Nehmen Sie einfach Kontakt auf und informieren Sie sich!


Weiterführende Links:
Online-Zeitung Rhein-Ruhr, FAZ

Lena Klaus

Lena Klaus arbeitet seit 2018 als freie Autorin und SEO-Expertin für das IT-SERVICE.NETWORK. Seit 2013 kennt sie die IT-Branche und hat sich in diesem Zusammenhang auf B2C- und B2B-orientierte Content-Plattformen spezialisiert.

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