Fehler sind ärgerlich, aber sie passieren. Die Frage ist, wie anschließend mit ihnen umgegangen wird. Gut zu wissen: Eine offene und positive Fehlerkultur in Unternehmen bringt entscheidende Vorteile.
Wir erklären, was eine (positive) Fehlerkultur genau ist und geben Tipps, wie Unternehmen aus Fehlern lernen.
Gegen den Fehlerteufel ist kein Kraut gewachsen
Zu Fehlern kommt es im Berufsalltag immer wieder. Manche von ihnen sind direkt offensichtlich. Zum Beispiel zeigt es sich meist schnell, wenn eine vertrauliche E-Mail an einen falschen Verteiler versendet wurde. Oder wenn der Mausklick einen Tick zu schnell war und wichtige Daten unabsichtlich und unwiderruflich gelöscht sind. Andere Fehler zeigen sich dagegen erst nach eigener Zeit. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich eine falsche strategische Entscheidung im Nachhinein rächt. Oder wenn Daten bewusst gelöscht, aber nach einiger Zeit doch wieder benötigt werden.
Für denjenigen, auf dessen Mist ein Fehler gewachsen ist, ist die Situation natürlich unangenehm. Schließlich hat wohl der Großteil der arbeitenden Bevölkerung einen gewissen Anspruch an die eigene Leistung. Und Fehler wurden schon in der Schule dick mit dem Rotstift markiert. Neueste Erkenntnisse aus dem Management zeigen aber: Es ist wichtig, dass Mitarbeiter offen und ohne Angst zu ihren Fehlern stehen können. Wie das gelingt? Durch eine positive Fehlerkultur in Unternehmen.
Wichtig für die Fehlerkultur in Unternehmen ist es, aus Fehlern zu lernen. Bild: Pexels/Brett Jordan
Was ist Fehlerkultur? – Definition
Fragt sich zuerst einmal, was unter dem Begriff „Fehlerkultur“ überhaupt zu verstehen ist. Hier eine Definition: Unter dem Begriff Fehlerkultur ist die Art und Weise zu verstehen, mit der Unternehmen mit Fehlern und den durch sie entstehenden Konsequenzen umgehen. Aus dieser Definition lässt sich bereits schließen, dass hier verschiedene Arten möglich sind.
Das eine Extrem ist, dass direkt Schuldige gesucht und Köpfe rollen – natürlich nur im übertragenen Sinne, beispielsweise durch eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung bei gravierenden Fehlern. In Unternehmen, in denen eine solche Fehlerkultur herrscht, versuchen Mitarbeiter nach Möglichkeit, Fehler so gut es geht unter den Teppich zu kehren. Das kann sich allerdings aus verschiedenen Gründen rächen. Aber dazu später mehr.
Das andere Extrem ist vermutlich ebenso wenig hilfreich: Wenn in Unternehmen ein extremer Kuschelkurs gefahren wird und Fehler ohne jegliche Konsequenzen bleiben, kann es gut sein, dass es zum Beispiel bei der Verfolgung der gesetzten Unternehmensziele nicht wirklich voran geht. Der Mittelweg ist wie in so vielen Fällen wohl der beste – aber wie sieht der genau aus?
Der Mittelweg: eine offene & positive Fehlerkultur
Immer mehr Business-Experten befürworten eine offene und positive Fehlerkultur in Unternehmen. Der Grundgedanke dabei ist, dass Fehler offen kommuniziert und auch als solche deklariert werden. Aber anstatt der betroffenen Person einfach eins über den Deckel zu geben, geht es anschließend daran, zu überlegen, wie es zu diesem Fehler kommen konnte, wie sich solche Fehler in Zukunft vermeiden und welche Lehren sich generell daraus ziehen lassen.
Natürlich geht es dabei auch immer um die Art des Fehlers. Wenn aus Versehen wichtige Daten gelöscht worden sind, geht es in erster Linie darum, zu überlegen, welche Präventionsmaßnahmen es künftig geben sollte; falls personenbezogene Daten im Spiel sind, ist auch zu überlegen, ob eventuell die zuständige Datenschutzbehörde informiert werden muss.
Erweisen sich dagegen unternehmensrelevante Entscheidungen als Fehler, geht es vielmehr darum, den Fehler oder auch das Scheitern als Teil des Innovationsprozesses zu sehen. Denn: Manchmal sind auch Fehler notwendig, um zu neuen Ideen oder zu einem entscheidenden Fortschritt zu kommen.
Bei einer offenen Fehlerkultur in Unternehmen lassen sich gemeinsam Lösungen suchen. Bild: Pexels/fauxels
Tipps für eine positive Fehlerkultur
In der Unternehmenswelt kommt man daher immer mehr zu der Erkenntnis: Fehler sind wichtig. Sie versprechen einen Lerneffekt, verschaffen Agilität und Innovationen und ermöglichen schnelle Anpassungen an Veränderungen. Aber wie lässt sich eine solche offene und positive Fehlerkultur in Unternehmen implementieren? Hier kommen unsere Tipps dazu:
- Nehmen Sie Ihren Mitarbeitern die Angst davor, Fehler zu machen. Wie? Indem Sie mit Fehlern sachlich und mit Fingerspitzengefühl umgehen und aufzeigen, wie es sich konstruktiv mit dem Fehler umgehen lässt.
- Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter dazu, ihre Fehler offen zu kommunizieren. Das hat nämlich mehrere Vorteile. Fehler werden frühzeitig erkannt, vielleicht ist sogar noch eine Schadensbegrenzung möglich. Und der Analyse- und Lernprozess kann dadurch zeitnah angestoßen werden.
- Es mag sein, dass es notwendig ist, den oder die „Schuldigen“ zu identifizieren, um den Fehler zu rekonstruieren und für die Zukunft daraus zu lernen. Aber: Stellen Sie Schuldige nicht an den Pranger.
- Analysieren Sie am besten im Team, wie es zu dem Fehler beziehungsweise Rückschlag kommen konnte, und entwickeln Sie Strategien, wie es sich in Zukunft besser machen lässt.
- Betonen Sie immer wieder, dass Fehler eine Chance zum Lernen sind. Letztlich haben nicht nur einzelne Mitarbeiter, sondern das gesamte Unternehmen die Möglichkeit, daran zu wachsen.
- Gestehen Sie selbst Ihre Fehler ein und entschuldigen Sie sich gegebenenfalls dafür – damit gehen Sie nicht nur mit gutem Beispiel voran; sie zeigen auch Menschlichkeit und persönliche Stärke.
Gefordert ist hier natürlich in erster Linie die Management-Ebene. Sie sollte – geschlossen! – mit gutem Beispiel vorangehen und die offene und positive Fehlerkultur propagieren und leben. Manche Unternehmen gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie setzen nach dem sogenannten Pareto-Prinzip in unkritischen Bereichen ganz bewusst unperfekte Lösungen um, mit dem Ziel, den größtmöglichen Lerneffekt zu erzielen.
IT-Fachleute helfen bei Schadensbegrenzung
Vor allem bei gravierenden Fehlern, die im Umgang mit der Technik passieren, sind externe IT-Dienstleister sofort zur Stelle, um bei der Fehlerbehebung zu unterstützen. Teilweise per Fernwartung, teilweise direkt vor Ort begeben sie sich auf die Suche nach der Ursache für den aufgetretenen Fehler und beheben ihn umgehend.
IT-Fachleute helfen aber auch dabei, einigen Fehlern vorzubeugen. Denn: Manche Fehler begeht man trotz einer positiven und offenen Fehlerkultur besser doch nicht. Mit einem effektiven Backup-Management stellen sie zum Beispiel sicher, dass auf dem Primärsystem gelöschte Daten immer noch im Backup gespeichert sind und eine Wiederherstellung möglich ist. Und mit Security-Awareness-Trainings schulen sie Mitarbeiter darin, wie sie einen falschen Klick auf gefährliche Links vermeiden – wodurch sich das Risiko, dass sich ein Unternehmen gefährliche Malware einfängt, erheblich verringern kann.
Sie haben Fragen zu einer dieser Leistungen? Dann nehmen Sie doch einfach Kontakt auf: Die Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK beraten Sie gern – und anfangs natürlich völlig unverbindlich.
Weiterführende Links:
IT-Business, hppyppl, Rexx Systems
Schreiben Sie einen Kommentar
* = Pflichtfelder
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung