Arbeitswelt & Trends

Soft Skills in Unternehmen

Darum sind persönliche Eigenschaften von Mitarbeitern so wichtig

von 02.03.2022
Zu sehen sind zwei Frauen, die an einem Tisch sitzen und miteinander sprechen. Sie unterhalten sich über Soft Skills. Bild: Unsplash/ Wocintechchat.com

Die Persönlichkeit einzelner Mitarbeiter hat großen Einfluss auf die Teamarbeit und letztlich auch auf den Unternehmenserfolg. Grund genug für Personaler, die Soft Skills in den Blick zu nehmen.

Wir erklären, was Soft Skills eigentlich sind und warum sie für Unternehmen so wichtig sind.

Auf den Charakter kommt’s an

Sie kennen es vermutlich selbst am Besten: In Ihrem Unternehmen wird eine Stelle frei und nun ist Ihr Personal-Management gefragt und muss die vakante Position nachbesetzen. Aber wie finden Sie den richtigen Kandidaten für die ausgeschriebene Stelle? Eine Person, die ins Team und zum Unternehmen passt und die mit ihren ganz persönlichen Eigenschaften das Team und in der Folge auch das ganze Unternehmen voranbringt?

Die Bewerbungsunterlagen helfen dabei, sich einen ersten Eindruck von einem Bewerber zu verschaffen. Darin wird sich dieser natürlich von seiner besten Seite präsentieren, damit der erste Eindruck so positiv wie möglich ist. Er wird seine Qualifikationen herausstellen und seine positiven persönlichen Eigenschaften erwähnen. Während sich Qualifikationen noch einigermaßen nachprüfen lassen, sieht das bei den Charaktereigenschaften anders aus.

Um herauszufinden, ob der Kandidat die versprochenen Eigenschaften tatsächlich mitbringt, bietet sich ein persönliches Vorstellungsgespräch an. Mit Hilfe spezieller Gesprächstechniken lassen sich die angepriesenen Soft Skills zumindest ansatzweise überprüfen. Aber was sind Soft Skills genau?

Zu sehen sind vier Personen, die dank ihrer Soft Skills gemeinsam an einem Laptop arbeiten. Bild: Unsplash/ Cherrydeck

Soft Skills fördern die Arbeit im Team. Bild: Unsplash/ Cherrydeck

Was sind Soft Skills?

Der Begriff Soft Skills (auch: Softskills, deutsch: weiche Fähigkeiten) bezeichnet die persönlichen Eigenschaften eines Menschen; Soft Skills gewähren anderen also einen Eindruck von dem eigenen Charakter. Sie kennen vermutlich das Sprichwort „harte Schale, weicher Kern“: Genauso verhält es sich mit den weichen Fähigkeiten einer Person. Während die Hard Skills, die wir später noch einmal genauer betrachten, von außen schnell erkenntlich sind, werden die Soft Skills erst durch ein intensiveres Kennenlernen ersichtlich.

Somit umfasst der Begriff der Soft Skills alle Fähigkeiten, die die Persönlichkeit eines Menschen ausmachen. Und genau deshalb sind sie auch ein zentraler Anhaltspunkt, wenn es um die Entscheidung geht, ob ein Bewerber für eine ausgeschriebene Stelle geeignet ist. Die Anforderungen an die Persönlichkeit eines Mitarbeiters variieren je nach ausgeschriebener Stelle stark, wodurch die Soft Skills von Bewerbern eine gute Entscheidungshilfe bei der Wahl eines passenden Kandidaten darstellen.

Darum sind Soft Skills für Unternehmen wichtig

Bei einer laufenden Stellenausschreibung steht stets die Frage im Fokus, ob sich der Bewerber in das bereits bestehende Team integrieren und seinen Aufgaben gerecht werden kann. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, kann Ihnen ein Blick auf die sozialen Kompetenzen des Bewerbers weiterhelfen. Schließlich geben Ihnen die Soft Skills einen Hinweis auf die persönliche Qualifikation des Bewerbers. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Sie sich zunächst erst einmal die Frage stellen, welche Qualifikationen einen perfekten Bewerber für Sie überhaupt ausmachen würden.

Dabei hilft oft ein Blick hinter die Kulissen: Erfolgen Ihre Arbeitsprozesse vorwiegend in Team- oder Einzelarbeit? Streben Sie nach einer stetigen Expansion durch die Erforschung neuer Unternehmensbereiche oder möchten Sie an Ihren Routinen festhalten? All diese Fragen können Ihnen Hinweise darauf geben, welche Soft Skills für Ihr Unternehmen wichtig sind und demnach ein Bewerber vorweisen können sollte.

Zu sehen sind zwei Männer, die über ihre Soft Skills sprechen. Bild: Unsplash/ linkedinsalesnavigator

Soft Skills lassen sich erst im direkten Gespräch erkennen. Bild: Unsplash/ linkedinsalesnavigator

Die Top 5 Soft Skills

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Soft Skills, die den Charakter einer Person definieren können. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass nicht jeder Bewerber über die gleichen sozialen Kompetenzen verfügt und dies auch völlig normal ist. Schließlich liegen die persönlichen Fähigkeiten bei jedem an unterschiedlichen Stellen.

Das ist aber auch gar nicht so schlecht, denn letztlich werden für jede Stellenausschreibung vollkommen unterschiedliche Soft Skills benötigt. Das Erkennen von Soft Skills hilft Ihnen somit bei der Entscheidung, welcher Bewerber sich aufgrund seiner sozialen Kompetenzen für eine Stelle am besten qualifiziert.

Falls Sie sich an dieser Stelle die Frage stellen, welche Soft Skills für Unternehmen besonders vorteilhaft sind, können wir Ihnen auch bei dieser Frage weiterhelfen. Denn: Nachfolgend stellen wir die Top 5 Soft Skills vor, die für die meisten Unternehmensbereiche einen Gewinn darstellen.

Top 1: Kommunikationsfähigkeit

Die Kommunikation stellt einen wichtigen Bestandteil der interaktiven Arbeit eines Unternehmens dar: Nahezu kein Bereich kommt heutzutage mehr ohne eine laufende Kommunikation aus. Dabei ist es zunächst irrelevant, ob es sich um die Kommunikation mit Kollegen aus anderen Abteilungen, mit Partnern oder Kunden handelt.

Selbst wenn einzelne Arbeitsabläufe auch ohne Absprachen mit anderen funktionieren könnten, sorgt eine dennoch stattfindende Interaktion dafür, dass die Abläufe erheblich vereinfacht und transparenter werden. Somit ist selbst ein kurzzeitiger Ausfall eines Mitarbeiters überbrückbar, sofern vorher eine transparente Kommunikation mit den Kollegen über aktuelle Prozesse stattgefunden hat. Daher ist es wichtig, dass Ihr Bewerber den Mut besitzt, sich zu Wort zu melden. Aber auch eine gepflegte und respektvolle Ausdrucksweise sollte vorzufinden sein, damit die Teamarbeit letzten Endes profitiert.

Zu sehen sind zwei Personen, ein Mann und eine Frau, die sich über Soft Skills austauschen. Bild: Unsplash/ thisisengineering 2

Soft Skills erleichtern die Unternehmenskommunikation. Bild: Unsplash/ thisisengineering 2

Top 2: Teamfähigkeit

Die Fähigkeit, gemeinschaftlich arbeiten zu können, ist unausweichlich für erfolgreiche Arbeitsergebnisse. Und da ein neuer Mitarbeiter Teil des bereits bestehenden Teams in Ihrem Unternehmen wird, ist es wichtig, dass er sich gut in das Teamgefüge integriert und dadurch die Zusammenarbeit stärkt. Er sollte sich dementsprechend seiner Rolle in der Gruppe bewusst sein und sich angemessen einbinden.

Dabei gilt es, sich sowohl gegenseitig zu unterstützen als auch einander anzuspornen. Wie wir bereits erfahren haben, verfügt jede einzelne Person über individuelle soziale Kompetenzen, mit denen sie das Team erweitern und die Potentiale steigern kann. Ganz nach dem Motto: Alleine sind wir stark, gemeinsam sind wir stärker!

Top 3: Einfühlungsvermögen

Zur Steigerung der Kundenzufriedenheit ist es wichtig, auch mal die Perspektive zu wechseln und sich zu überlegen, was die Kunden überhaupt wollen und worauf bei einem neuen Produkt zu achten ist. Aber nicht nur bei dem Kontakt mit Kunden ist es wichtig, die Gefühle der anderen Seite nachzuempfinden. Auch innerhalb des Teams spielt die Empathie-Fähigkeit eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Grundsätzlich sollte sich jeder überlegen, wie er sich fühlen würde, wenn andere so mit ihm umgingen, wie er andere behandelt. Auch bei plötzlich auftretenden Problemen ist es hilfreich, sich in die betroffene Person hineinversetzen zu können, um zum Beispiel Verständnis für die Auswirkungen dieses Problems aufzubringen. Letztlich trägt ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen effektiv dazu bei, Missverständnissen und gruppeninterne Differenzen zu verhindern.

Zu sehensind Frauen, die am Computer sitzen und dank ihrer Soft Skills mit Kunden kommunizieren können. Bild: Unsplash/ Israel Andrade

In vielen Unternehmensbereichen wirken sich Soft Skills aus. Bild: Unsplash/ Israel Andrade

Top 4: Vertrauenswürdigkeit

Die Vertrauenswürdigkeit ist für ein Unternehmen in zweierlei Hinsicht zentral: Jedes Unternehmen verfügt über sensible und vertrauliche Informationen, die nicht für jedes Ohr bestimmt sind. Dass diese Geschäftsgeheimnisse auch weiterhin geheim bleiben, sollte daher die Grundvoraussetzung für eine Anstellung sein.

Aber die Vertrauenswürdigkeit ist auch in einem anderen Sinne sehr wichtig: Das Stichwort ist hier die Zuverlässigkeit. Schließlich sollten Sie sich darauf verlassen können, dass Ihre Mitarbeiter ihre Aufgaben stets zuverlässig und fristgerecht bearbeiten. Ein vertrauenswürdiger Mitarbeiter ist somit das A und O für erfolgreiche Arbeitsergebnisse, weshalb diese soziale Kompetenz bereits beim Personal-Management berücksichtigt werden sollte.

Top 5: Kritikfähigkeit

Auch die Kritikfähigkeit stellt heutzutage eine wichtige soziale Kompetenz dar. Sie geht in gewisser Weise mit der Kommunikationsfähigkeit einher, denn die Kritikfähigkeit beschreibt die Kompetenz des respektvollen und angemessen Umgangs angesichts von möglicherweise negativem Feedback.

Es ist wichtig, dass Mitarbeiter nicht nur in der Lage sind, Kritik anzunehmen und diese umzusetzen, sondern auch selbst konstruktive Kritik formulieren können. Sie kennen vermutlich das Motto „der Ton macht die Musik“: Nur mit einer angemessenen Wortwahl kann Kritik verstanden und eine Optimierung erzielt werden.

Da es vermutlich auch in Ihrem Sinne ist, verbesserungsbedürftige Verhaltens- und Vorgehensweisen zu optimieren und so Ihre gesamte Unternehmensperformance zu verbessern, empfehlen wir, bei einem neuen Bewerber auf diese Fähigkeit zu achten.

Zu sehen ist eine Frau, die Dank ihrer Soft Skills gut mit Kritik umgehen kann und diese aufschreibt. Bild: Unsplash/ thisisengineering

Auch negatives Feedback annehmen zu können, ist ein wichtiger Soft Skill. Bild: Unsplash/ thisisengineering

Wie Sie die Soft Skills erkennen

Sie stellen sich nun vermutlich die entscheidende Frage, woran Sie die sozialen Kompetenzen eines Bewerbers erkennen können. Das ist allerdings gar nicht so leicht zu beantworten. Die wahren Soft Skills lassen sich oft nur implizit erkennen, denn sie kommen auf unterschiedlichste Weise zum Vorschein. Zudem sind Bewerber während eines Vorstellungsgesprächs oft sehr aufgeregt und angespannt, wodurch der Gesprächsfluss beeinträchtigt wird. Daher ist es grundsätzlich sinnvoll, das Gespräch schnell auf eine lockere Ebene zu bringen und eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen.

Auch Fragen über das Privatleben, beispielsweise nach persönlichen Interessen, können dabei helfen, die sozialen Kompetenzen Ihres Bewerbers zu erkennen. Ein Beispiel: Betreibt er einen Mannschaftssport, kann dies ein Hinweis auf seine Teamfähigkeit sein. Eine Vorliebe zum Reisen könnte hingegen darauf hinweisen, dass die Person gerne ihren Horizont erweitert und offen für Neues ist.

Bei einem Vorstellungsgespräch ist es daher entscheidend, die richtigen Fragen zu stellen, genau hinzuhören und auch zwischen den Zeilen zu lesen. Ein gewisses Fingerspitzengefühl hilft dabei, die wahren Soft Skills einer Person herauszufinden.

Soft Skills vs. Hard Skills

Bei der Wahl zwischen mehreren Bewerbern sind allerdings nicht nur die Soft Skills entscheidend. Schließlich spielt es auch eine Rolle, welche Fachkenntnisse ein Bewerber hat und mit welchen Programmen er arbeiten kann. Die Rede ist von den sogenannten Hard Skills (auch Hardskills, deutsch: harte Fähigkeiten). Hier wären wir also wieder bei dem anfangs angesprochenen harten Kern: Gemeint sind damit erlern- und nachprüfbare Kompetenzen, die die Arbeit wesentlich vereinfachen. Durch ihre Nachprüfbarkeit sind die Hard Skills im Vergleich zu den Soft Skills deutlich einfacher zu erkennen.

Zu den häufigsten Hard Skills gehören EDV-Kenntnisse wie Microsoft Word oder Excel, aber auch Sprachkenntnisse werden unter diesen Begriff gefasst. Die Soft Skills unterscheiden sich von den Hard Skills insofern, dass erstere nicht erlernbar sind, sondern Grundzüge des individuellen Charakters darstellen. Fehlende soziale Kompetenzen sind demnach im Gegensatz zu den Hard Skills nicht mithilfe einer Weiterbildung nachzuholen. Hier hilft es nur, die eigenen Schwächen zu erkennen und an sich selbst zu arbeiten,

Zu sehen ist eine Gruppe, die dank ihrer Soft Skills ihre Hard Skills ausbaut. Bild: Unsplash/ Wocintechchat.com 2

Hard Skills können im Gegensatz zu Soft Skills erlernt werden. Bild: Unsplash/ Wocintechchat.com 2

IT-Fachleute bilden Hard Skills

Wir fassen zusammen: Die Soft Skills stellen im Personal-Managements ein wichtiges Entscheidungskriterium dar; bei der Suche nach einem neuen Mitarbeiter sollten die Hard Skills aber dennoch nicht in Vergessenheit geraten – schließlich sind sie für die fachliche Eignung enorm wichtig.

Dabei sollten Unternehmen auch bedenken, dass Hard Skills häufig einer regelmäßigen Auffrischung bedürfen, damit die erlernten Fähigkeiten nicht in Vergessenheit geraten. Das gilt aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und dem technischen Fortschritt noch einmal mehr. Denn: Beispielsweise Software-Programme werden immer wieder aktualisiert, andere Tools werden neu eingeführt – und das erfordert ein lebenslanges Lernen sowohl für neue Mitarbeiter als auch alte Hasen im Unternehmen.

Unser Tipp: Die Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK helfen Ihnen gern dabei, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Spezielle Schulungen wie beispielsweise eine Microsoft-Teams-Einführung oder ein Security-Awareness-Training sorgen dafür, dass die Hard Skills Ihrer Mitarbeiter immer up-to-date sind – und damit stellen sie dann die Grundlage sowohl für erfolgreiche Arbeitsprozesse als auch für die Sicherheit Ihres Unternehmens dar.


Weiterführende Links:
rexx systems

Geschrieben von

Larissa Brechtefeld ist seit Anfang 2022 studentische Praktikantin im IT-SERVICE.NETWORK. Ihr medienwissenschaftliches Studium lässt ihre Begeisterung für Medien und Technik bereits erahnen. In Kombination mit ihrem zweiten Studienfach Germanistik ist es ihr eine große Freude, IT-Themen aufzugreifen und journalistisch zu verarbeiten.

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