Hiscox-Versicherung

Die Cyber-Versicherung im Check

Von in Aktuelles
10
Sep
'19

Hiscox ist ein bekanntes Versicherungsunternehmen und bietet eine umfängliche Cyber-Versicherung für Unternehmen aller Größenordnungen. Wir haben das Angebot für Sie unter die Lupe genommen.

Welche Leistungen werden in welchen Fällen abgedeckt und lohnt sich der Abschluss einer Cyber-Versicherung von Hiscox wirklich? Antworten auf diese Fragen jetzt bei uns.

Über das Unternehmen Hiscox

Das Versicherungsunternehmen Hiscox wurde im Jahr 1901 in London gegründet und ist ein international tätiger, börsennotierter Spezialversicherer. Im Gegensatz zu „klassischen“ Versicherungen sichert Hiscox vornehmlich spezielle Risiken aus den Bereichen Berufshaftpflicht und Cybercrime ab und bietet zudem für (sehr) vermögende Privatpersonen Leistungen wie beispielsweise eine Kunst- oder Entführungsversicherung an. Das Unternehmen ist im britischen Aktienindex FTSE 250 gelistet und beschäftigt weltweit mehr als 1.400 Mitarbeiter.

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Cyber-Versicherungen bieten viele Vorteile in Schadensfällen.
© mohamed_hassan / Pixabay

Gründe für eine (Hiscox-)Cyber-Versicherung

Bislang konnten sich die verhältnismäßig „jungen“ Cyber-Versicherungen noch nicht wirklich bei den Unternehmen durchsetzen. Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie wies unter den Befragten gerade einmal eine Dichte von 5 Prozent aus, während knapp 20 Prozent der Teilnehmer noch in den Planungen eines entsprechenden Abschlusses waren (Details dazu in unserem Artikel „Versicherung gegen Cyber-Attacke“).

Die große Frage, die sich viele Unternehmer in diesem Zusammenhang stellen, ist: „Braucht mein Unternehmen überhaupt eine Cyber-Versicherung?“ Dazu kann Folgendes gesagt werden: Wir alle wissen, dass Versicherungen Geld kosten. Und natürlich gibt man nicht gerne Geld aus, wenn man eine dahintersteckende Leistung möglicherweise gar nicht in Anspruch nimmt. Dennoch haben wir alle eine private Haftpflicht, eine Kfz-Versicherung und gegebenenfalls natürlich auch unternehmensspezifische Haftplicht-Versicherungen. Nur weil Cyber-Versicherungen relativ „neu“ sind, heißt das nicht, dass es sich dabei um „herausgeschmissenes Geld“ handelt.

Folgende Fall-Beispiele zeigen Ihnen am Beispiel des Hiscox-Angebots, in welchen Fällen eine Cyber-Versicherung greift und ob sie sich lohnt.

Versicherungsfall 1: Datenpanne

Es klingt banal, aber ein falsch gewählter E-Mail-Verteiler kann eine ganze Menge Ärger bedeuten. Beispiel: Ein Unternehmen verschickt ein internes, vertrauliches Dokument mit personenbezogenen Kundendaten versehentlich an Dritte. Oder Hacker verschaffen sich Zugang  zu sensiblen Daten. Das Ergebnis: eine meldepflichtige Datenpanne, die angezeigt werden muss und eine Datenschutz-Verletzung darstellt.

Hat man eine Hiscox Cyber-Versicherung abgeschlossen, stellt das Versicherungsunternehmen direkt Kontakt zu einer auf Datenschutz spezialisierten Wirtschaftskanzlei her, die gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte bespricht. Hiscox übernimmt dabei die entstehenden Beratungskosten vollständig.

Versicherungsfall 2: DoS-Attacken

DoS-Attacken haben das Ziel, Webseiten durch einen Massenzugriff zu überlasten und damit lahm zu legen. Das kann besonders dann ein großes Problem darstellen, wenn Sie einen Online-Shop betreiben und auf dessen Verfügbarkeit wirtschaftlich angewiesen sind. Im Falle eines solchen Schadens leitet Hiscox entsprechende Gegenmaßnahmen in die Wege, um die Webseite wieder erreichbar zu machen.

Das vermag aber auch ein externer IT-Dienstleister oder gar die eigene IT-Abteilung. Die interessante Frage im Zusammenhang mit einer Versicherung ist vielmehr, ob diese Ihnen den finanziellen Schaden durch die entstandenen Ausfallzeiten ersetzt. Klären Sie diesen Punkt unbedingt im Gespräch mit Ihrem Berater.

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Bei Cyber-Attacken geht es schnell um große Summen.
© geralt / Pixabay

Versicherungsfall 3: Erpresser-Trojaner

Erpresser-Trojaner verursachen jährlich Schäden in Millionen-Höhe, und oft kommt es zu kompletten System-Ausfällen aufgrund der Datenverschlüsselungen – einmal ganz unabhängig von hohen Lösegeld-Forderungen. Das Versicherungsunternehmen Hiscox setzt in diesen Fällen auf ein Partnerunternehmen, das im Schadensfall versucht, die Daten wieder zu entschlüsseln, und Anleitungen zur Prävention zur Verfügung stellt. Die entstandenen Kosten dafür trägt die Versicherung.

Eine andere Frage ist jedoch, wie die Versicherung reagiert, wenn schon ein Lösegeld gezahlt wurde. Anders gesagt: Kommt sie auch für diese Summe auf? Eine Antwort darauf findet sich pauschal nicht. So oder so sollten Sie das Geld aber auch niemals zahlen, ohne vorher mit Ihrem IT-Dienstleister und/oder Versicherungsberater gesprochen zu haben.

Versicherungsfall 4: Laptop-Diebstahl

Was tun, wenn Diebe am Werk waren, digitale Arbeitsgeräte wie Laptop oder Smartphone geklaut haben und sich darauf vertrauliche Informationen und Daten befinden? Im Falle eines Hiscox-Kunden bedeutet das: Kunden in Kenntnis setzen, PR-Krisenberater beauftragen, ein Callcenter einrichten und Anwälte bezahlen. Der Schaden bei einem realen Fall belief sich auf eine Million Euro und wurde von der Versicherung bezahlt. Ebenso übernahm sie im Rahmen der Abwehr von Schadenersatzansprüchen die Auszahlung der Vergleichssumme von zwei Millionen Euro.

Je nach Unternehmensgröße können so ein Vorfall und die damit verbundenen hohen Kosten schnell den Bankrott eines betroffenen Unternehmens bedeuten, weswegen sich die Cyber-Versicherung in solchen Fällen definitiv bezahlt macht.

Versicherungsfall 5: Datendiebstahl

Hiscox berichtet von einem Beispiel, bei dem ein Unternehmen Opfer von Datendiebstahl wurde. Dabei erbeuteten die Hacker zahlreiche Kundendaten und verschafften sich Zugang zum Online-Bezahlsystem. Der entstandene Schaden belief sich auf knapp 600.000 Euro, die Versicherung übernahm diesen vollständig. Ebenso die Kosten für die Rechtsberatung und IT-Forensik. Klarer Fall von: Der Abschluss der Versicherung hat sich mehr als gelohnt.

Hiscox-Versicherung abschließen – ja oder nein?

Ob Hiscox der richtige Partner für Ihr Unternehmen ist, müssen Sie selbst entscheiden. Unser Tipp: Nehmen Sie eine unverbindliche Beratung in Anspruch und sammeln Sie vorab Ihre Fragen zum konkreten Leistungsumfang. Mittlerweile gibt es zahlreiche Versicherungsanbieter, die das Thema Cybercrime ebenfalls abdecken.

Auch Ihr IT-Dienstleister kann Ihnen dazu wertvolle Tipps und Empfehlungen geben. Prinzipiell empfehlen wir jedem Unternehmen, das mit sensiblen Daten arbeitet und Online-Plattformen betreibt, den Abschluss einer entsprechenden Versicherung. Die Versicherungskosten sind im Vergleich zu denen, die im Fall der Fälle entstehen können, verhältnismäßig gering. Und genau das ist schließlich das Prinzip einer jeden Versicherung, die Sie als Privatperson oder für Ihr Unternehmen abgeschlossen haben.

Lena Klaus

Lena Klaus arbeitet seit 2018 als freie Autorin und SEO-Expertin für das IT-SERVICE.NETWORK. Seit 2013 kennt sie die IT-Branche und hat sich in diesem Zusammenhang auf B2C- und B2B-orientierte Content-Plattformen spezialisiert.

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