Mobile ERP

Höhere Effizienz durch mobile ERP-Nutzung

Von in IT-Infrastruktur
02
Jan
'20

Mobile ERP-Lösungen sind nicht erst seit gestern gefragt, stellten bislang aber viele Nutzer nicht vollkommen zufrieden. Die Anbieter haben sich die Kritik glücklicherweise zu Herzen genommen und fleißig an ihren System gearbeitet.

Welche Vorteile die „neuen“ Mobile ERP-Systeme bieten und warum die Fortschritte in Zeiten der Digitalisierung notwendig waren, verraten wir Ihnen.

mobile erp

Mobile ERP-Lösungen bieten eine Menge Vorteile. Bild: Pixabay/niekverlaan

Mobile ERP erhält Rückenwind

Mobilität ist einer der Schlüsselbegriffe unserer Zeit. In Zeiten von New Work und der Digitalisierung macht der Trend des mobilen Arbeitens vor keiner Branchenlösung Halt. Und damit sind nicht nur die Unternehmen gemeint, die auf den Grundsatz „Arbeite, wo und wann du willst“ oder auf Home Office setzen.

Im Prinzip profitiert jeder Betrieb, der Außendienst- oder Servicemitarbeiter in Vor-Ort-Einsätzen beschäftigt. Vollkommen logisch, dass es für Unternehmen effizienter und auch günstiger ist, wenn diese Mitarbeiter die Möglichkeit haben, in ihren verfügbaren Zeitfenstern – zum Beispiel auf der Zugfahrt oder nach dem Termin im Hotel – mobil zu arbeiten, statt nach ihrer Rückkehr in die Zentrale erst einmal alles nacharbeiten zu müssen.

ERP-Systeme gibt es daher schon seit längerer Zeit auch in einer mobilen Variante. Die Erfahrungen mit ihnen waren bislang für viele Anwender allerdings eher mittelmäßig. Genau das soll sich nun ändern.

Vorteile eines Mobile-ERP-Systems

Die Vorteile von mobilen ERP-Lösungen liegen klar auf der Hand. Zusammengefasst: Der geräteübergreifende Einsatz eines soliden ERP-Systems zieht deutliche Effizienz-Steigerungen nach sich. Im Detail:

  • Der Informationsfluss wird abteilungsübergreifend (Vertrieb, Lager, Service, Produktion) beschleunigt.
  • Alle Daten und Informationen sind in Echtzeit hinterlegt und lassen sich jederzeit abrufen.
  • Die Gefahr von Redundanzen und doppelten Daten minimiert sich.
  • Standortunabhängigkeit sorgt für mehr Effizienz.
  • Die Transparenz für alle Mitarbeiter und das Management wird erhöht.
  • Der Aufwand der Datenerfassung reduziert sich.

Solcherlei Vorteile sind ohne Zweifel attraktiv. Das Problem: Bislang konnte so manches ERP-System die versprochenen Vorteile in der Praxis nicht erbringen – und das gab Anlass für Kritik durch die Anwender.

Mobiles ERP geht nicht von heute auf morgen

Die Forderung nach smarten, mobilen Lösungen wurde erstmals vor zwei Jahren laut und deutlich zum Ausdruck gebracht. In dem von Bitkom im März 2017 veröffentlichten Positionspapier mit dem Titel „ERP nach der digitalen Transformation“ hieß es: „Die ERP-Systeme der Zukunft müssen vollständig mobil sein und Anwendern die Möglichkeit geben, jederzeit, überall und mit jedem beliebigen Gerät auf die Unternehmenssoftware zuzugreifen.“

Im Herbst 2019 zog Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Bitkom, folgendes Fazit: „In den vergangenen zweieinhalb Jahren gab es bei den mobilen ERP-Lösungen deutliche Fortschritte. Vom formulierten, sehr grundsätzlichen Ziel aus dem Jahr 2017 sind wir allerdings noch ein Stück weit entfernt.“

Fakt ist aber: Die Beliebtheit und die damit verbundene Nutzungsintensität mobiler Geräte steigt weiter kontinuierlich an. Doch ein Ende ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil. ERP-Anbieter sind dadurch zwar im Zugzwang, profitieren gleichzeitig aber auch, weil Themen wie Breitband und die flächendeckende Netzabdeckung von der Politik und anderen Anbieten immer stärker voran getrieben werden. Das gilt auch für die Cloud, die nach immer mehr Leistung strebt.

mobile erp lösungen

Mobile Lösungen müssen mit stationären System mithalten können. Bild: Unsplash/headway

Problem von gestern als Chance für morgen

Die bisherige Problematik von Mobile ERP im Praxiseinsatz resultierte vor allem aus der „Verwöhntheit“ der Nutzer. Schnelligkeit und Bedienkomfort gelten nicht als „nice to have“, sondern als Voraussetzung. Zudem befanden sich die mobilen ERP-Lösungen von Anfang an in der Vergleichbarkeit: Während die stationären Systeme stabil und schnell waren, gab es mobil häufig Probleme. Auch der Funktionsumfang konnte in der Regel nicht mit den „Mutter-Lösungen“ mithalten.

Die Folge: enttäuschte Nutzer und ein Rückgang der Nachfrage. Dabei blieb das Bedürfnis nach funktionierenden Produkten aber ungebrochen. Durch die bereits beschriebenen Entwicklungen hinsichtlich der Netzgeschwindigkeit und auch der gestiegenen Leistungsstärke der Geräte selbst, sieht Frank Termer aber Licht am Ende des Tunnels.

Auf Anbieter-Seite ist man zwar auch zufrieden, aber noch nicht komplett glücklich. So merkt Mark Muschelknautz, Chief Marketing Officer bei Abas Software, an: „Die Krux ist, dass zahlreiche komplexe, teils alte Systeme miteinander verbunden werden müssen, um die gewünschten Ansichten oder Daten zu erhalten.“ Ein Ball landet am Ende dann auch bei den Kunden. Mobile ERP-Lösungen seien nur so gut wie die Stammdaten. Würden diese ordentlich gepflegt, könne man fast alles erreichen, so Muschelknautz.

Mobile ERP goes individual

Damit die mobilen Lösungen auch wirklich genutzt werden und echte Vorteile für das Unternehmen generieren, müssten zunächst Berührungsängste abgebaut werden, sagt Mark Muschelknautz. Vor allem die etablierte Unternehmenskultur („Das haben wir aber schon immer so gemacht“) und auch das Alter der Mitarbeiter könnten hierbei Hemmnisse darstellen.

Diese Stolpersteine wollen die Anbieter aus dem Weg räumen, indem sie die Mobile-ERP-Entwicklungen maßgeblich auf die individuellen Anforderungen der Nutzer zuschneiden. So stehen beispielsweise User-Interface-Technologien, mit denen sich User ihre Apps oder Dashboards nach eigenen Wünschen selbst gestalten können, im Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit. Fazit: Es bleibt spannend auf dem ERP-Markt.

Ihr Unternehmen will zu den ersten zählen, die mobile ERP-Systeme zur Effizienzsteigerung nutzen? Dann wenden Sie sich für eine persönliche und unabhängige Beratung an einen unserer Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK.

Lena Klaus

Lena Klaus arbeitet seit 2018 als freie Autorin und SEO-Expertin für das IT-SERVICE.NETWORK. Seit 2013 kennt sie die IT-Branche und hat sich in diesem Zusammenhang auf B2C- und B2B-orientierte Content-Plattformen spezialisiert.

Fragen zum Artikel? Frag den Autor

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


* = Pflichtfelder
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.