Smart Pricing

Vorteile der dynamischen Preisgestaltung

Von in Digitalisierung
05
Okt
'20

Smart Pricing ist die Zukunft der Preisgestaltung – da sind sich Digitalisierungsexperten sicher. Auf Basis von Daten und intelligenten Kalkulationssystemen kann sich der Einzelhandel in bestimmten Bereichen neu erfinden und gleichzeitig die Möglichkeiten von Big Data und KI nutzen.

Welche Vorteile bringt Smart Pricing mit sich? Wie ist das Prinzip der automatisierten Preisgestaltung? Infos hier.

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Smart Pricing funktioniert nicht nur bei Tankstellen. Bild: Pixabay/stux

Smart Pricing – die Zukunft des stationären Handels

Ausgeblichene Pappschilder mit Streichpreisen gehören bald der Vergangenheit an, sofern man den Vorreitern der smarten und datenbasierten Preisgestaltung glaubt. In der Praxis ist es mit der Automatisierung der Preise allerdings noch nicht allzu weit her. Selbst in Branchen wie der Automobil-Industrie, die vom technologischen Fortschritt leben, ist Smart Pricing noch nicht flächendeckend angekommen.

Dabei bieten entsprechende Modelle und die dazugehörige Software schon jetzt hohes Potential. Die Automatisierung interner Prozesse kann Vorteile für die Kostenentwicklung, den Vertrieb und die Logistik haben. Dennoch scheuen viele Unternehmen den Schritt in diese zukunftsweisende Richtung, während andere Länder und Start-ups schon viel weiter sind.

Tankstellen-Prinzip auch beim Bäcker denkbar?

Bislang kennt es der Verbraucher eigentlich nur von der Tankstelle. Preise steigen und fallen teilweise mehrfach am Tag. Entsprechende Apps zeigen an, an welchen Stationen der Sprit momentan am günstigsten ist. Und auch die Hinweisschilder an der Tankstelle sind seit langer Zeit digital, die Preise darauf können theoretisch minütlich angepasst werden.

Die Frage, die sich Wirtschaftspsychologen und Einzelhändler aktuell stellen, lautet: Wie reagiert der Verbraucher, wenn das Smart-Pricing-Prinzip plötzlich bei den Äpfeln im Supermarkt oder beim Kaffee in der Bäckerei Anwendung findet? Statt ausgedruckter Etiketten oder mit Kreide beschriebenen Tafeln wären dann nur noch digitale Anzeigen zu finden, die über die tagesaktuellen Preise informieren.

Einfacher stellt sich die Umsetzung in einem weiteren Anwendungsgebiet von Smart Pricing dar: Online-Shops. Hier bekommt der Kunde im Zweifel gar nicht mit, dass sich im Hintergrund die Preise anpassen.

Akzeptanz auf Verbraucher-Ebene

Sicherlich gibt es bei der Frage nach der Akzeptanz aber auch branchenspezifische Unterschiede. Eine Preisanpassung für Flüge wird verbraucherseitig vermutlich eher akzeptiert, als eine der Äpfel aus dem Supermarkt.

Das liegt ganz einfach daran, dass „Laien“ eher nachvollziehen können, dass ein Flugpreis aufgrund der enormen Nachfrage und bedingten Kapazität des Flugzeuges steigt, als dass die Äpfel heute teurer sind als gestern. Hier fehlt dem Verbraucher im schlimmsten Fall schlicht und ergreifend das Hintergrundwissen – beispielsweise das Wissen darum, dass die Ernte aufgrund des Wetters schlecht ausgefallen ist und sich dies dann eben auch in der Preisgestaltung in der Supermarkt-Auslage widerspiegelt.

Smart Pricing – dynamische Preisgestaltung

Bei dem Smart-Pricing-Prinzip werden also Preise für Produkte (oder auch Dienstleistungen) auf aktueller Basis errechnet und veröffentlicht. Faktoren, die für die Preisgestaltung von Bedeutung sein könnten, sind:

  • saisonale Verfügbarkeit
  • Angebot und Nachfrage
  • Tageszeit oder Wochentag
  • lokale / eigene Aktionen

Die Vorteile liegen dabei sowohl für Unternehmens als auch für B2B-Kunden klar auf der Hand: Der bestmögliche Preis wird auf Grundlage der gewählten Faktoren in Echtzeit kalkuliert. Auf Veränderungen im Kundenverhalten oder auf Unternehmensebene (um Beispiel bei Preisanpassungen von Zulieferern) kann unmittelbar reagiert werden. Frühzeitige Ausverkäufe lassen sich verhindern, Abverkäufe sind erfolgreicher. Im Ergebnis lässt sich damit auf vielen Ebenen bares Geld sparen.

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Auch der Einkauf im Supermarkt wird immer smarter.
Bild: Pixabay/geralt

Deutschland hinkt hinterher

In anderen Ländern wie beispielsweise den USA oder auch Frankreich ist Smart Pricing schon im Markt angekommen. Beispiele hierfür finden sich tatsächlich schon im Supermarkt. So genannte Electronic-Price-Labels (EPL) kommen hier zum Einsatz und ermöglichen die digitale Preisverwaltung und datenbasierte Anpassung.

Dabei ist die typisch deutsche Zurückhaltung gar nicht notwendig: Eine PwC-Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass gute 60 Prozent der Verbraucher eine dynamische Preisgestaltung akzeptieren. Denn was auf den ersten Blick die Wenigsten bedenken: Sie kann natürlich auch zu Gunsten des Verbrauchers ausfallen.

Wichtig bei der dynamischen Preisgestaltung ist daher vor allem die Transparenz in Richtung Verbraucher. Experten sind sich einig: Transparenz führt zu Akzeptanz. Es besteht also kein Grund, das „Tankstellen-Prinzip“ nicht auf das eigene Business anzuwenden.

Smarte Preisgestaltung einführen

Ein nützlicher Nebeneffekt von Smart Pricing: Sollte sich die Bundesregierung noch einmal überlegen, die Mehrwertsteuer zu senken, müssen keine neuen Preisschilder ausgedruckt und am Warenregal ausgetauscht werden – ein paar Klicks genügen und schon ist alles angepasst. Sie sehen: Auf Smart Pricing zu setzen, kann sich aus verschiedenen Gründen als kluge Entscheidung entpuppen.

Ist diese Entscheidung einmal gefallen, dann braucht es danach mehrere Dinge: Mut, Umsetzungsstärke und einen erfahrenen IT-Dienstleister an Ihrer Seite. Unsere Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK unterstützen Sie dabei ganzheitlich. Angefangen bei der Auswahl der richtigen Software bis zur Implementierung in Ihr bestehendes Firmennetzwerk. Nehmen Sie gleich Kontakt auf und verlassen sich darauf, dass unsere Fachleute Sie gut beraten.

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Lena Klaus

Lena Klaus arbeitet seit 2018 als freie Autorin und SEO-Expertin für das IT-SERVICE.NETWORK. Seit 2013 kennt sie die IT-Branche und hat sich in diesem Zusammenhang auf B2C- und B2B-orientierte Content-Plattformen spezialisiert.

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