Feel-Good-Management

Wie gute Stimmung im Büro zum Erfolgsfaktor wird

Von in Aktuelles
22
Mrz
'21

Mit guter Laune arbeitet es sich besser. Das können Sie bei sich selbst bestimmt bestätigen. Inzwischen hat sich deshalb ein neuer Berufszweig etabliert: das Feel-Good-Management. Das Ziel ist, gute Stimmung im Unternehmen zum Erfolgsfaktor zu machen.

Wir erklären, was die Definition von Feel-Good-Management ist, was ein Feel-Good-Manager macht und warum funktionierende Technik die Stimmung hebt.

Eine Frau und eine Mann lachen herzlich während der Arbeit. Das Ergebnis von Feel-Good-Management? Bild: Unsplash/Leon

Gute Laune bei der Arbeit – ein Ergebnis von Feel-Good-Management? Bild: Unsplash/Leon

Schlechte Stimmung im Unternehmen?

Hand aufs Herz: Arbeiten Sie gern in einem Unternehmen, in dem grundsätzlich mieses Klima herrscht? Sind Sie froh, wenn endlich Freitag ist und Sie den ein oder anderen Miesepeter immerhin zwei Tage lang nicht sehen müssen? Sie haben das Gefühl, dass alle immer nur nach dem Haar in der Suppe suchen?

Dauerhaft schlechte Stimmung auf der Arbeit kann für Mitarbeiter ziemlich belastend sein. Und das macht sich gleich auf mehrere Arten bemerkbar. In einem Fehlzeiten-Report ist die AOK zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Großteil derjenigen, die sich mit einem schlechten Arbeitsklima konfrontiert sehen, unter psychischen und körperlichen Beschwerden leiden, daran gekoppelt sind höhere Fehlzeiten. Letztlich zeigt die Untersuchung also, dass das Arbeitsklima ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden ist.

Dieser Gedanke lässt sich noch weiterspinnen. Denn: Was bedeutet es für das Arbeitsergebnis, wenn sich immer mehr Mitarbeiter durch das schlechte Betriebsklima anstecken lassen und ebenfalls schlecht gelaunt, deprimiert und gestresst fühlen? Richtig: Es kommt zu einer Negativspirale, die höchstwahrscheinlich die Qualität der Arbeit so mancher Mitarbeiter in Mitleidenschaft zieht.

Gute Stimmung als Erfolgsfaktor

Es ist doch so: Die Mitarbeiter sorgen mit vereinten Kräften dafür, dass ein Unternehmen überhaupt Umsatz macht. Wenn nun immer mehr dieser Mitarbeiter durch schlechte Stimmung nicht mehr wie gewohnt abliefern, schlägt sich das letztendlich auch im Betriebsergebnis nieder. Kühne Stimmen behaupten, dass sogar ein Drittel des Umsatzes vom Betriebsklima abhängt.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass sich ein gutes Betriebsklima positiv auf Arbeitsprozesse auswirkt. Und für Unternehmen bedeutet das ganz konkret, dass sie schon allein aus ökonomischen Gründen Interesse an einem positiven Arbeitsklima haben sollten – wenn sie es schon nicht zum Wohl der Mitarbeiter haben.

Die gute Nachricht: Inzwischen haben viele Unternehmen erkannt, dass Betriebsklima und Geschäftserfolg durchaus im Zusammenhang stehen. Und einige Firmen haben zur Verbesserung des Unternehmensklimas sogar einen neuen Arbeitsbereich geschaffen: das Feel-Good-Management.

Was ist Feel-Good-Management?

Unter Feel-Good-Management werden sämtliche Maßnahmen verstanden, die gezielt das Wohlbefinden der Mitarbeiter verbessern und dadurch die Arbeitsleistung fördern sollen, was letztlich auf die Leistung des Unternehmens im Ganzen einzahlt. Das Konzept des Feel-Good-Managements basiert auf den Lehren der positiven Psychologie, der Wissenschaft von der Entstehung der Gesundheit (Salutogenese) sowie der Resilienz- und Achtsamkeitsforschung.

Das klingt jetzt erst einmal sehr nach Fachsimpelei. Einfacher ausgedrückt, geht es darum, dass Mitarbeiter fair und respektvoll behandelt werden, dass Mitarbeiter ihre Arbeit selbst als sinnvoll erachten und diese durch  Vorgesetzte wertgeschätzt und gelobt wird, dass sie über wichtige Unternehmensentscheidungen informiert und vielleicht auch daran beteiligt sind und dass sie sich mit den Unternehmenswerten identifizieren können.

Und warum das alles? Das aus der Arbeitswelt 4.0 stammende Feel-Good-Management-Konzept geht davon aus, dass Mitarbeiter, die sich wohl fühlen, leistungsfähiger, gesünder und dem Unternehmen länger treu sind. Unterm Strich werden also die Arbeitsatmosphäre verbessert, die Motivation der Mitarbeiter gesteigert, die Wirtschaftlichkeit erhöht und die kostenintensive Mitarbeiterfluktuation verringert. Aber wie lässt sich das konkret erreichen?

Vier Kollegen, drei Frauen und ein Mann, arbeiten in lockerer Runde zusammen und haben Spaß. hier wird Feel-Good-Management gelebt. Bild: Unsplash/Brooke Cagle

Wer sich gut fühlt, arbeitet motivierter – diese Idee liegt dem Feel-Good-Management zugrunde. Bild: Unsplash/Brooke Cagle

Was macht ein Feel-Good-Manager?

Viele Unternehmen setzen dabei auf den Einsatz eines Feel-Good-Managers, der organisatorisch in der Personalabteilung angesiedelt ist. Und was macht ein Feel-Good-Manager? Ein Feel-Good-Manager gilt als Vertrauensperson, Ansprechpartner und Vermittler zwischen den Hierarchien im Unternehmen; gleichzeitig ist er Berater, Coach und Event-Organisator.

Der Feel-Good-Manager hat keine eindeutige Aufgabenstellung. Kreativität, Empathie, Offenheit, Kommunikationsstärke, Begeisterungsfähigkeit und Flexibilität sind unter anderem gefragt – immer mit dem Ziel, die Unternehmenskultur zu verbessern. Als zentrale Schnittstelle muss der Feel-Good-Manager alle hierarchischen Ebenen überblicken und beobachten, Verbesserungsvorschläge einholen und auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen zusammentragen und systematisch umsetzen. Bestehende Mitarbeiter sollen zufrieden sein und bleiben, neue Mitarbeiter sollen durch den positiven Spirit angelockt werden.

Alles in allem handelt es sich um eine Position, die in der Idee agiler Arbeitsweisen verwurzelt ist. Einerseits weil der Feel-Good-Manager bei seiner Arbeit selbst agil vorgeht, andererseits weil agile Arbeitsweisen im Unternehmen häufig das Wir-Gefühl stärken und auf das Wohlbefinden des Einzelnen einzahlen. Folglich gibt es keinen konkreten Maßnahmenkatalog, anwendbar auf jedes Unternehmen, mit dem eine Feel-Good-Kultur erreicht werden kann. Es gibt aber bestimmte Ansatzpunkte.

Feel-Good-Management: Maßnahmen mit Erfolg

Unternehmen müssen nicht direkt einen Feel-Good-Manager einstellen, um auf eine Feel-Good-Kultur hinarbeiten zu können. Es lässt sich auch erst einmal klein anfangen und bestimmte Themen angehen, denn es ist – besonders bei kleinen Unternehmen – auch möglich, dass bestehende Mitarbeiter im Wechsel die Rolle des Feel-Good-Managers temporär übernehmen oder sich eine Gruppe dafür bildet. Aber was sind denn nun erste Ansatzpunkte? Wir haben dazu fünf allgemein umsetzbare Tipps für Ihr Unternehmen gesammelt:

  1. Stärken Sie den wertschätzenden und respektvollen Umgang mit und unter Ihren Mitarbeitern. Nehmen Sie jeden Kollegen und jedes seiner Anliegen ernst.
  2. Jeden Mitarbeiter sollten Sie als Individuum betrachten, mit seinen ganz eigenen Stärken, Schwächen, Interessen und Bedürfnissen. Letztlich bringen alle Mitarbeiter ihre ganz eigenen Facetten ein; durch die Förderung ihrer individuellen Talente und Fähigkeiten sind sie die Basis für ein facettenreiches, vielfältiges, ressourcenreiches und im Endeffekt erfolgreiches Team.
  3. Dienst nach Vorschrift, ein tägliches Einerlei oder Fake Work – all das wirkt einem positiven Unternehmensgeist entgegen. Sorgen Sie dafür, dass Mitarbeiter Sinn in ihren Aufgaben finden, durch agile Arbeitsweisen aktiv am Arbeitsalltag partizipieren (Stichwort: Employee Empowerment) und in gewissem Maß mitbestimmen. Kurgefasst: Bringen Sie Leben in die Bude!
  4. Wählen Sie Führungskräfte nicht nur nach ihrer fachlichen Kompetenz aus, sondern beurteilen auch die zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Es hilft Ihnen nichts, wenn Sie eine Führungsposition mit einem Choleriker besetzen, dessen Wutausbrüche einen Mitarbeiter nach dem anderen vertreiben.
  5. Denken Sie darüber nach, flexible Arbeitsmodelle einzuführen. Für viele Mitarbeiter gehört es inzwischen zur heutigen Arbeitswelt dazu, Arbeitszeit und -ort frei wählen zu können. Die Möglichkeit zum Home Office wird beispielsweise dankend angenommen, wenn konzentriertes Arbeiten gefordert ist und Lärm im Büro dabei stört – und für schlechte Laune sorgt.

Das sind nur einige wenige Ansätze des Feel-Good-Management. Beispiele für weitere Maßnahmen und Ansätze gibt es viele – immerhin gibt es inzwischen sogar einen eigenen Berufsverband.

Mit Feel-Good-Kultur Fachkräfte anlocken

Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels müssen Unternehmen immer mehr darauf achten, dass sich ihre Mitarbeiter im Unternehmen wohl fühlen, um sie dauerhaft zu halten und sie außerdem als Botschafter der positiven Unternehmenskultur zu gewinnen. Denn: Die Bewertungen, die Unternehmen in gängigen Internetportalen von ihren (Ex-)Mitarbeitern erhalten, sind gewichtig.

In Zahlen ausgedrückt: Jeder dritte Internetnutzer achtet auf Bewertungen zu Arbeitgebern und Firmen. Für 88 Prozent der Bewerber ist das Image einer Firma wichtig – und das führt dazu, dass immer mehr Fachkräfte die Stellenanzeigen von schlecht beurteilten Firmen gar nicht erst beachten. Und noch eine weitere interessante Zahl zur Mitarbeiterzufriedenheit: Neben der Krankheitsrate soll auch die Fluktuationsrate im Unternehmen durch Feel-Good-Management um mehr als 90 Prozent sinken.

Grund genug also, dass Sie das Feel-Good-Management auch für Ihr Unternehmen in Betracht ziehen – egal ob sie es erst einmal bestehenden Mitarbeitern übertragen oder direkt eine Position dafür schaffen. Übrigens: Der Feel-Good-Manager heißt nicht immer Feel-Good-Manager. Es kursieren auch alternative Bezeichnungen wie Business-Coach, Kultur-Manager, Chief Happiness Officer oder Chief Culture Officer.

Flexible IT für zufriedene Mitarbeiter

Als IT-Experten deckt unsere Expertise nicht unbedingt das Feld des Feel-Good-Managements ab. Die Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK können Sie aber darin unterstützen, zur Zufriedenheit in Ihrem Unternehmen beizutragen. Und das gleich auf mehreren Wegen. Und die wären?

Auch ständig streikende Technik kann sich negativ auf das Gemüt der Mitarbeiter niederschlagen. Mit unserer Unterstützung wird Ihre IT-Infrastruktur leistungsstark und störungsfrei. Ärgerliche Arbeitsunterbrechungen durch nicht funktionierende Technik gehören mit einem unserer IT-Partner der Vergangenheit an.

Außerdem können wir Ihnen bei der Umsetzung flexibler Arbeitsmodelle helfen – mit der perfekten Ausstattung für Remote Work. Wussten Sie zum Beispiel, dass man Home-Office-Ausstattung mieten kann? Dazu und zu allen weiteren IT-Projekten, mit denen wir die tägliche Arbeit in Ihrem Unternehmen erleichtern und damit zur Mitarbeiterzufriedenheit beitragen können, informieren wir Sie gern persönlich. Kontaktieren Sie uns!


Weiterführende Links:
Index gute Arbeit, AOK Fehlzeiten-Report 2016, Welt, Grin, dvfgm, Berufsverband fgm, Spiegel, Fraunhofer

Janina Kröger

Seit Anfang 2019 ist Janina Kröger für den Blog des IT-SERVICE.NETWORK verantwortlich. Neue IT-Trends? Wichtige Business-News? Die studierte Germanistin und ausgebildete Redakteurin behält nicht nur das Geschehen auf dem IT-Markt im Blick, sondern versteht es zudem, das IT-Wissen des IT-SERVICE.NETWORK verständlich aufzubereiten.

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