Arbeitswelt & Trends

Betriebliches Gesundheitsmanagement

So fördern Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter

von 01.12.2021
Eine Frau arbeitet am Laptop im Stehen an einem höhenverstellbaren Schreibtisch. Es geht um betriebliches Gesundheitsmanagement. Bild: Unsplash/TheStandingDesk

Gesunde Mitarbeiter sind produktive Mitarbeiter. Viele Unternehmen setzen deswegen auf ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Aber was ist das genau? Und wie kann es die Gesundheit fördern?

Wir erklären, was betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist und wie Unternehmen es gewinnbringend einsetzen.

Mitarbeiter sind 18,4 Tage krank

Seit Jahren stellt der Dachverband der Betriebskrankenkassen einen Anstieg der Fehlzeiten fest. Das liegt vor allem daran, dass sich die Betriebskassen erst seit 2016 die Statistiken genauer ansehen und seither auch Atteste während einer Reha oder in Folge von Arbeitsunfällen vollständig erfassen.

Das Jahr 2019, für das die bisher jüngste Auswertung vorliegt, hat bei diesem Trend eine Pause eingelegt. Mit durchschnittlich 18,4 Krankheitstagen fallen Mitarbeiter aber dennoch häufig aus. Pro Krankheitsfall sind zwei Drittel nach spätestens einer Woche wieder fit, mehr als 80 Prozent nach spätestens zwei Wochen. Etwa 9 Prozent entfallen auf langwierige Erkrankungen mit einer Genesungsdauer von mehr als vier Wochen.

Für Unternehmen ist es nicht nur schwierig, das Fehlen der Mitarbeiter zu kompensieren. Ihnen entstanden allein im Jahr 2019 durch Lohnfortzahlungen auch immense Ausgaben: insgesamt 67,5 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass immer mehr Unternehmen in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren – und dafür auf betriebliches Gesundheitsmanagement setzen.

Zu sehen ist ein Großraumbüro mit unbequemen Stühlen und ohne Schallschutz. Ein Fall für betriebliches Gesundheitsmanagement? Bild: Pexels/Cadeau Maestro

Modern, aber nicht gesundheitsfördernd – ein Fall für betriebliches Gesundheitsmanagement? Bild: Pexels/Cadeau Maestro

Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement?

Mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement – abgekürzt BGM – werden systematisch und zielorientiert all jene betrieblichen Prozesse und Maßnahmen gesteuert, mit denen Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte stärken und fördern, damit diese langfristig im Unternehmen erfolgreich sind. Es geht demnach um die strukturierte Durchführung von gesundheitsfördernden und gesundheitspräventiven Maßnahmen zugunsten der Mitarbeiter.

Daraus lassen sich die Ziele des BGM ableiten: Die Mitarbeiter sollen dauerhaft gesund bleiben sowie darin unterstützt werden, selbstverantwortlich auf ihre Gesundheit zu achten. Davon profitieren letztlich nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Arbeitgeber.

Denn: Durch die Stärkung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter müssen Unternehmen mit weniger Krankheitsfällen umgehen und erzielen insgesamt eine höhere Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Betriebliches Gesundheitsmanagement basiert demzufolge auf der Formel: Gesunde Mitarbeiter sind die Basis für erfolgreiche Unternehmen.

Warum ist betriebliches Gesundheitsmanagement so wichtig?

Betriebliches Gesundheitsmanagement weckte in den vergangenen Jahren immer stärker das Interesse von Unternehmen. Warum? Weil sich damit auf die steigenden Herausforderungen dieser Zeit reagieren lässt. Denn: Durch den zunehmenden Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien und den steigenden Zeitdruck aufgrund der zunehmenden weltweiten Vernetzung verändern sich auch die gesundheitlichen Beanspruchungen und die psychische Belastung für Mitarbeiter.

Daraus ergibt sich die wachsende Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung, die durch das betriebliche Gesundheitsmanagement organisiert wird. Die Grundannahme dabei lautet: Geht es dem Einzelnen nicht gut, geht es dem Unternehmen nicht gut, denn oft gehen mit mangelnder Gesundheit eben auch Leistungseinbußen einher, die wiederum dem Betriebsergebnis schaden (können).

Betriebliches Gesundheitsmanagement wird daher immer mehr als strategisch wertvoller Faktor für Unternehmen angesehen. Weshalb das so ist, zeigen die Vorteile, die wir als nächstes vorstellen werden.

Zu sehen ist ein höhenverstellbarer Schreibtisch mit Laptop-Gestell für das Home Office. Betriebliches Gesundheitsmanagement fasst auch das Home Office mit ein. Bild: Unsplash/ergonofis

Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte auch das Home Office berücksichtigen. Bild: Unsplash/ergonofis

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Vorteile im Überblick

Einige Vorteile, die betriebliches Gesundheitsmanagement mit sich bringt, sind durch die Definition bereits angeklungen. Dennoch wollen wir die zahlreichen Vorteile noch einmal übersichtlich zusammenfassen. Zuerst nehmen wir die Vorteile für Arbeitnehmer in den Blick:

  • Sie profitieren davon, dass das Unternehmen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung etabliert: Sie entwickeln ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit, ihre Gesundheit verbessert sich und Gesundheitsrisiken verringern sich.
  • Wer gesund ist, muss seltener zum Arzt. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer weniger Zeit für Arztbesuche aufbringen – und diese sind in der Regel in die Freizeit zu legen.
  • Sie werden leistungsfähiger und schöpfen aus ihren Erfolgen zusätzliche Motivation. Das wiederum erhöht die Zufriedenheit sowohl in Bezug auf die eigene Produktivität als auch auf die Arbeit selbst.
  • Insgesamt verbessert sich damit die Lebensqualität der Arbeitnehmer enorm: Sie sind fit für ihre Freizeitaktivitäten und sind mit ihrer effizient geleisteten Arbeit glücklich und zufrieden.

Das hört sich doch schon sehr positiv an. Aber was hat die Gegenseite konkret davon? Hier die Vorteile für Arbeitgeber:

  • Wenn Mitarbeiter seltener krank sind, müssen Unternehmen weniger Fehlzeiten kompensieren. Dadurch entfällt lästiges und zeitaufwändiges Umorganisieren und Ressourcen sowie Arbeitsergebnisse sind besser kalkulierbar.
  • Weniger Krankheits- und Produktionsausfälle bedeuten, dass für Unternehmen weniger Kosten anfallen. Das schlägt sich letztlich positiv auf die Bilanz aus.
  • Dadurch, dass gesunde Mitarbeiter mehr Leistung erbringen und motivierter arbeiten, ergeben sich für Unternehmen entscheidende Potenziale. Arbeit wird nicht nur schneller und qualitätsvoller erledigt; es gibt auch Raum und Kreativität für Innovationen.
  • Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren, sind als Arbeitgeber attraktiv. Ein positives Image und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt sind das Ergebnis.

Sie sehen: Sowohl für Unternehmen als auch Mitarbeiter sind die Vorteile durch betriebliches Gesundheitsmanagement enorm. Aber was sind konkrete Maßnahmen, durch die sich die genannten Vorteile früher oder später einstellen?

Diese Maßnahmen fördern die Gesundheit

Die Maßnahmen für die betriebliche Gesundheitsförderung können auf das Verhalten von Mitarbeitern (Verhaltensprävention) und/oder auf die Analyse von Arbeitsbedingungen (Verhältnisprävention) ausgerichtet sein. Eine klare Trennung ist häufig nicht möglich. Im Folgenden nennen wir einige der möglichen Maßnahmen beispielhaft:

  • Unternehmen, die eine eigene Kantine haben, können auf einen Speiseplan mit gesunden Gerichten setzen und für eine gesunde Ernährung der Mitarbeiter sorgen. Begleitend können Ernährungskurse oder Ernährungsberatungen für die Mitarbeiter angeboten werden.
  • Die Mitarbeiterführung auf die Gesundheit auszurichten, gehört ebenfalls zu den wichtigen Maßnahmen. Hier geht es darum, ein angenehmes Betriebsklima zu schaffen und unnötigen Stress zu vermeiden – der kann nämlich zu physischen Erkrankungen führen. Sportangebote (beispielsweise Yoga oder Rückenschule), Entspannungskurse und Stress-Management-Kurse für Mitarbeiter können unterstützen.
  • Das Betriebsklima ist generell ein wichtiger Punkt. Darunter fällt beispielsweise auch, dass es Maßnahmen gegen Mobbing gibt und das Wohlbefinden der Mitarbeiter generell in den Fokus genommen wird. Hilfs- und Beratungsangebote für die Mitarbeiter sind hier ein probates Mittel. Und auch das Feel-Good-Management fällt in diesen Bereich.
  • Auch die Bürogestaltung hat Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter. Ein Großraumbüro ohne Schallschutz kann durch den hohen Lärmpegel die Arbeitsbelastung erhöhen – vor allem dann, wenn es keine Rückzugsmöglichkeiten für ungestörtes Arbeiten oder auch für Pausen gibt. Unternehmen sollten hier unbedingt aktiv werden. Und auch der einzelne Arbeitsplatz sollte so ergonomisch wie möglich gestaltet werden. Aber dazu später mehr.
  • Im weiteren Sinne zählt auch ein Leitbild, das die Bedeutung der Gesundheit der Mitarbeiter betont und eine offene sowie transparente Kommunikation propagiert, zu den Maßnahmen. Und auch Flexibilität bezüglich Arbeitzeit und -ort kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

Sie sehen: Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ausgesprochen umfangreich. Den einzelnen Arbeitsplatz in den Blick zu nehmen, ist aber auf jeden Fall ein guter Ansatzpunkt.

Kolleginnen machen gemeinsam Yoga in der Pause. Das Angebot ist Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Pexels Yan Krukov

Gemeinsames Yoga in der Pause? Auch das kann betriebliches Gesundheitsmanagement umfassen. Bild: Pexels/Yan Krukov

Arbeitsplätze gesundheitsfördernd gestalten

Die meiste Zeit verbringen Büromitarbeiter an ihrem Schreibtisch. Dementsprechend wichtig ist es, dass dieser so gesundheitsfreundlich wie möglich ausgestattet ist. Das beginnt natürlich mit einem ergonomischen Schreibtischstuhl, der den Rücken stärkt. Idealerweise sollte der Schreibtisch höhenverstellbar sein, damit Mitarbeiter nicht den ganzen Arbeitstag sitzend verbringen müssen und stattdessen regelmäßig ihre Position wechseln können.

Auch die Ausstattung auf dem Schreibtisch sollte die Ergonomie unterstützen. Das gelingt zum Beispiel durch Monitorerhöhungen, die die obere Kante des Bildschirms perfekt auf Augenhöhe platzieren. Eine ergonomische Tastatur und eine ergonomische Maus bilden die perfekte Ergänzung. Ebenfalls sinnvoll: Noise-Cancelling-Kopfhörer, die in Videokonferenzen für besten Klang sorgen und im Großraumbüro störende Umgebungsgeräusche ausblenden.

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zum Home Office bieten, können noch einen Schritt weitergehen und auch die Heimarbeitsplätze auf diese Weise ausstatten. Als Ergänzung empfiehlt sich bei diesen hybriden Arbeitsweisen, beispielweise im 3-2-2-Modell, noch eine Dockingstation für Laptops.

IT-Fachleute statten Arbeitsplätze aus

Sie möchten die Arbeitsplätze Ihrer Mitarbeiter ebenfalls so ausstatten, dass sie der „Volkskrankheit Rücken“ vorbeugen? Bei Tischen und Stühlen können wir Ihnen zwar nicht weiterhelfen, wohl aber mit der (technischen) Ausstattung, die auf dem Schreibtisch ihren Platz findet und die Ergonomie unterstützt.

Die IT-Fachleute aus dem IT-SERVICE.NETWORK beschaffen für Ihr Unternehmen Laptops, Monitore, Monitorhalterungen, Dockingstations, Tastaturen, Mäuse und Kopfhörer – ganz nach Ihrem individuellen Bedarf. Die IT-Dienstleister aus unserem Netzwerk stellen Ihnen dazu die verschiedenen Optionen vor, die Entscheidung über eine Anschaffung bleibt aber natürlich Ihnen selbst überlassen. Ist Ihre Entscheidung positiv ausgefallen, kümmern sich unsere IT-Partner gern um die Beschaffung und Implementierung.

Wussten Sie übrigens schon, dass sich solches Equipment mit einer noch recht neuen Regel zur Sofortabschreibung direkt steuerlich absetzen lässt? Und dass Sie Laptops und Zubehör auch mieten statt kaufen können? Auch zur Vermietung von Arbeitsplätzen beraten unsere Partner Sie gern.


Weiterführende Links:
iwd, iwd, Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium für Gesundheit, senseble

Geschrieben von

Seit Anfang 2019 ist Janina Kröger für den Blog des IT-SERVICE.NETWORK verantwortlich. Neue IT-Trends? Wichtige Business-News? Die studierte Germanistin und ausgebildete Redakteurin behält nicht nur das Geschehen auf dem IT-Markt im Blick, sondern versteht es zudem, das IT-Wissen des IT-SERVICE.NETWORK verständlich aufzubereiten.

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