Die Umstellung zu All-IP

Neue Anschlusstechnik im Netz der Zukunft kommt

Von in IT-Infrastruktur
09
Feb
'17

2018 hat die Deutsche Telekom als größter Festnetzanbieter den Großteil des ISDN-Netzes abgeschaltet bzw. auf All-IP umgestellt. Bis 2022 wird es nahezu kein ISDN mehr geben, denn bis dahin wird auch Vodafone sein Netz umstellen. Für Unternehmen ergeben sich dank moderner IP-Endgeräte aber viele Vorteile.

Was die Umstellung für Ihr Unternehmen bedeutet, erfahren Sie hier.

Was ist All-IP?

All IP

Die Zeit der separaten Telefonanschlüsse und damit der analogen Technik ist schon bald Geschichte.

Was genau bedeutet All-IP überhaupt und was ist IP-Telefonie? IP steht für Internet Protokoll. Das ist ein Netzwerkprotokoll, das die Grundlage für die Kommunikation im Internet bildet. IPs transportieren Informationen in Datenpaketen und stellen damit einen Gegensatz zu herkömmlichen Telefonnetzen dar. Denn mittels IP lässt sich nicht nur im Internet surfen, sondern auch Sprache und Video in Echtzeit übertragen.

Telekommunikationsanbieter stellen deshalb alle Services in einem einzigen Netzwerk, dem so genannten Next Generation Netzwerk (NGN), zur Verfügung. Ganz alte analoge sowie ISDN-Anschlüsse gibt es fast nicht mehr. Heute surfen, telefonieren, faxen oder fernsehen Sie über einen einzigen IP Anschluss. Er wird All-IP genannt, weil damit ein separater ISDN-Anschluss nicht mehr nötig ist. Mit All-IP wird also auch das letzte Glied der Kommunikation, die Telefonie, digitalisiert.

All-IP Anschlusstechnik bietet viele Vorteile

Nicht nur für Unternehmen bietet All-IP eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Der wichtigste ist eine einheitliche und kostengünstige Netzanschlusstechnik. Für die komplette Kommunikation benötigen Sie in Zukunft nur noch einen einzigen Netzwerkzugang. Mit diesem Zugang telefonieren Sie in hoher Qualität und können zeitgleich eine Vielzahl an Gesprächen führen. Die Zahl der maximalen parallelen Gespräche hängt bei einem IP-Anschluss in erster Linie von der Bandbreite des Anschlusses und von der Anzahl der vom Provider bereitgestellten Telefonnummern ab.
  • Außerdem wird die Telefonie deutlich flexibler: Eine Telefonnummer lässt sich auf verschiedene Gerätetypen und Arbeitsplätze oder Standorte umleiten.
  • Die Sprachqualität eines All-IP-Anschlusses ist qualitativ sehr hochwertig, wenn beide telefonierenden Endgeräte die HD-Voice-Technologie, also das Telefonieren in hoher Sprachqualität, unterstützen. Ein Rauschen in der Leitung oder ein Nachhall gibt es dann faktisch nicht mehr.
  • Die All-IP-Technik gilt nicht zuletzt als zukunftssicher.

Wurde vor nicht allzu langer Zeit eine höhere Störanfälligkeit der IP-Netze und die hohen Hardwarekosten als Nachteil von All-IP gesehen, entfallen diese Probleme heute. Denn die Provider betreiben ihre Netze inzwischen in hoher Qualität. Und IP-Endgeräte sind in großer Auswahl und zu günstigen Preisen erhältlich.

All-IP-Umstellung

Nur mit der nötigen Bandbreite funktioniert die All-IP-Telefonie störungsfrei.

Möglichkeiten der IP-Telefonie

Damit die IP Telefonie im LAN störungsfrei funktioniert, muss ausreichend Bandbreite reserviert sein. Deshalb sollte das LAN durchgängig mindestens für 100 MBit/s ausgelegt sein. Sollten Sie Ihrem aktuellen Netzanbieter kündigen, achten Sie bei der Wahl des neuen Providers darauf, dass er die benötigten Bandbreiten bietet und hohe Verfügbarkeiten garantiert. Viele Provider raten für die Sprachkommunikation zudem zu einem eigenen VLAN, also einem Virtual Local Area Network.

Trotz der bereits flächendeckenden Umstellung von ISDN auf IP ist nicht in allen Unternehmen der Einsatz von IP-basierte Lösungen möglich. Vor allem verschiedene Sonderdienste benötigen auch weiterhin einen ISDN-Anschluss. Achten Sie bei der Anschaffung einer neuen Anlage stets darauf, dass sie IP-fähig ist. Wollen Sie Ihr jetziges System über 2018 hinaus betreiben, benötigen Sie zwischengeschaltete Geräte, die analoge oder ISDN-Telefonate in All-IP umwandeln. Von zusätzlichen Leistungen profitieren Sie dann aber nur eingeschränkt. Nutzt Ihr jetziges System bereits eine interne IP-Verbindung für die Sprachübertragung, ist die Umstellung auf All-IP am einfachsten. Sie können davon ausgehen, dass Ihre Endgeräte oder die gesamte Telefonanlage nicht ersetzt werden müssen und Ihre komplette Telefonie mit wenig Aufwand auf einen All-IP-Anschluss umgestellt werden kann.

All-IP in der Cloud

Eine mögliche Alternative stellt der Wechsel auf die Services einer modernen Cloud-Telefonanlage dar, die den Betrieb eigener Hardware für die ISDN-Telefonanlage überflüssig macht. Als Kunde erhalten Sie eine virtuelle Telefonanlage aus dem Netzwerk, die sich flexibel und schnell Ihren Bedürfnissen anpasst. Einzige Voraussetzung ist ein ausreichend dimensionierter Netzanschluss. Grundsätzliches über die Cloud lesen Sie in unseren Blogbeiträgen über die sichere Cloud und die Cloud für Unternehmen.

Entscheiden Sie sich für All-IP in der Cloud, entscheiden Sie sich für eine sehr flexible und moderne Variante der Telefonie. Sind individuelle Besonderheiten und Sicherheitsbestimmungen geklärt, ist die Cloud-basierte Telekommunikationsanlage – oft auch „Central PBX“ oder „IP-Centrex“ genannt – eine Platform as a Service für alle Unternehmensgrößen. Denn die Anzahl der benötigten Accounts lässt sich individuell gestalten. Der Anwender hat zudem die Möglichkeit, Anwendungen wie etwa eine Videokonferenz einzubinden. Die Abrechnung erfolgt nach verbrauchten Minuten, wodurch die Telefonkosten gegenüber einer herkömmlichen ISDN-Anlage deutlich gesenkt werden, so die Anbieter.

Um den Betrieb und die Verfügbarkeit der Telefonanlage kümmert sich Ihr Anbieter oder ein professioneller IT-Dienstleister aus Ihrer Region. Mit diesen Tipps müssen Sie die Abschaltung des ISDN-Netzes nicht fürchten. Denn mit der richtigen Technik und gut vorbereitet, bietet Ihnen All-IP viele Vorteile.

Maren Keller

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T_Grainer, 8. März 2017 um 15:04

Endlich ist die IP-Thematik mal gut aufbereitet worden. ALL IP betrifft jeden, ob er will oder nicht. Daher muss man sich auch mit Thema auseinandersetzen und dieser Blogartikel gibt erste, gute Informationen. Besonders die Cloud dürfe an Bedeutung gewinnen, da sich ja eh mehr und mehr Services in die Cloud verlagern. Warum also auch nicht die Telefonie. Der Aufwand für das Hosting einer eigenen Telefonanlage entfällt. Zudem wachsen diese Anlagen mit dem Unternehmen und können auch in kleinerer Unternehmen, in denen einen große, vollständige TK-Anlage zu teuer wäre, sinnvoll betrieben werden. Das ist für mich und meinen kleine Agentur ein großer Vorteil, da sich der Verwaltungsaufwand stark reduziert. Ich beziehe meine Cloud-Lösung von pascom (https://www.pascom.net/de/cloud-telefonie/) und bin damit sehr zufrieden. Ich denke dass Cloud-Lösungen in der Zukunft eine gewichtige Rolle spielen werden.

Antworten

Good bye ISDN...  Das Ende ist nah, Telefax und Analogtelefonie sterben. Was es zu beachten gilt: hier ein guter Beitrag dazu.

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