Dr. Stefan Brink ergänzt zu dem Fall: „Wer aus Schaden lernt und transparent an der Verbesserung des Datenschutzes mitwirkt, kann auch als Unternehmen aus einem Hackerangriff gestärkt hervorgehen. Als Bußgeldbehörde kommt es dem LfDI nicht darauf an, in einen Wettbewerb um möglichst hohe Bußgelder einzutreten. Am Ende zählt die Verbesserung von Datenschutz und Datensicherheit für die betroffenen Nutzer.“

Müssen jetzt viele Unternehmen Angst vor DSGVO Bußgeldern haben?

Die Akte Knuddels zeigt: langsam wird es ernst. Die DSGVO Bußgelder sind keine leere Drohung, sondern Realität. Wer seine Hausaufgaben in dem Fach Datenschutz also immer noch nicht gemacht hat, sollte schnellstmöglich aktiv werden. Denn eines zeigt der Fall rund um die Chat-Plattform deutlich: Es muss nicht die Anklage durch die Nutzer oder das Verpfeifen eines Konkurrenten sein. Es genügt schon, völlig unbescholten in das Visier von Hackern zu geraten, um die Härte der DSGVO zu spüren zu bekommen.

Update vom 19.11.2019: Rekord-DSGVO-Bußgeld verhängt

Gegen die Deutsche Wohnen wurde jetzt ein Rekord-Bußgeld in Höhe von 14,5 Millionen Euro verhängt. Die Wohnungsgesellschaft soll Daten von Mietern „unlöschbar“ gespeichert haben und änderte selbst nach einer offiziellen Warnung nichts an ihrem Archivsystem. Das Bußgeld ist das höchste, was bislang je verhängt wurde. Das Immobilienunternehmen hat innerhalb der vorgeschriebenen Zwei-Wochen-Frist Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid eingelegt, heißt es in verschiedenen Berichten.

Im Archiv des Unternehmens sollen persönliche Daten von Mietern einsehbar gewesen sein, darunter Daten zu Sozial- und Krankenversicherung, Arbeitsverträge sowie Informationen über finanzielle Verhältnissen. Es bleibt abzuwarten, wie die Datenschutzbehörde auf den Widerspruch reagieren wird. Im schlimmsten Fall droht ein Gerichtsverfahren.


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