5G-Frequenzen

Auktion um 5G-Netz stellt Weichen für die Zukunft

Von in Digitalisierung
14
Jun
'19

Es geht um nicht weniger als die Zukunft des Mobilfunks und die Realisierung der Zukunftsvision „Industrie 4.0“. Nach zwölf Wochen ist die Auktion um die 5G-Frequenzen beendet – und hat dem Bund 6,5 Milliarden Euro eingebracht.

Wir erklären, was es mit der 5G-Frequenzauktion auf sich hat und weshalb der 5G-Standard für Unternehmen so wichtig ist.

Zu sehen ist eine Tastatur, über der eine linke Hand schwebt. In dünnen Linien zeichnet ein Netz die runde Form der Erde nach. Das Netz symbolisiert die 5G-Frequenzen, die rund um die Welt ein Netzwerk bilden. Bild: www.pixabay.com / geralt

Alle stationären und mobilen Geräte miteinander vernetzen – über die 5G-Frequenzen soll das möglich werden. Bild: www.pixabay.com / geralt

5G-Frequenzen unterm Hammer

52 Tage und 497 Auktionsrunden – so lange hat die Auktion um die 5G-Frequenzen gedauert. Sie stellt damit alle vorangegangenen Mobilfunkauktionen in der Geschichte der Bundesnetzagentur in den Schatten, wie tagesschau.de feststellt. Wochenlang trieben die vier Bietenden – die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch – die Gebote Stück für Stück, mit zunehmender Zeit aber immer zögerlicher in die Höhe. 420 MHz standen zur Versteigerung, verteilt auf 41 Blöcke.

Das Endergebnis am 12. Juni 2019: 6.549.651.000 Euro. Das ist deutlich mehr als erwartet. Experten waren nämlich von drei bis fünf Milliarden Euro Gewinn aus der 5G-Frequenzauktion ausgegangen. In einer Pressemitteilung äußert sich die Bundesnetzagentur hocherfreut über das Resultat. O-Ton: Die Einnahmen spiegeln den enormen Wert der Frequenzen wider.

Was den Bund freut, stellt die Bietenden finanziell vor ziemlich große Herausforderungen. Ihnen geht es mit dem Ende der 5G-Auktion mächtig ans Geld: Mit 2,13 Milliarden Euro muss die Telekom die größte Summe springen lassen; Vodafone liegt bei 1,88 Milliarden, Telefonica bei 1,42 Milliarden und Drillisch bei 1,07 Milliarden Euro. Und mit diesen Summen ist es noch längst nicht getan.

Ende der 5G-Auktion, Start für 5G-Netzausbau

An die Frequenzen sind nämlich zusätzliche Auflagen verknüpft: Die vier Provider haben sich mit ihrer Teilnahme an der Frequenzversteigerung dazu verpflichtet, den Netzausbau in Deutschland voranzutreiben.  Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, bringt das wie folgt auf den Punkt: „Das Ende der Auktion ist zugleich der Startschuss für 5G in Deutschland.“

Dabei sollen die neuen Frequenzen nicht nur für den neuen 5G-Mobilfunkstandard eingesetzt werden, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland. Wenn es heißt, es liege nun in der Hand der an der 5G-Auktion beteiligten Unternehmen, die Frequenzen zügig zu nutzen, könnte man fast meinen, sie könnten schalten und walten, wie es ihnen passt.

Aber falsch gedacht: Konkrete Zahlen geben die Marschrichtung für die vier Netzbetreiber vor. Zum Beispiel sollen bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland mit 100 Mbit/s oder mehr versorgt sein. Auch für Bundesautobahnen, Bundesstraßen, Landes- und Staatsstraßen, Seehäfen, Wasserstraßen und Schienen ist festgelegt, wie schnell die Internetverbindung an den jeweiligen Stellen zu sein hat. Ob diese Vorgaben am Ende eingehalten werden können, steht auf einem anderen Blatt. Für Neuling Drillisch gelten dabei aber Sonderkonditionen.

Zu sehen ist eine Teil der Erde mit freier Spähre um sich herum. Die Erde wird von einem leuchtenden Netz umzogen. Es steht für die 5G-Frequenzen. Bild: www.pixabay.com / geralt

Rund um die Welt sollen die 5G-Frequenzen bei der Vernetzung helfen und das Internet der Dinge Realität werden lassen. Bild: www.pixabay.com / geralt

Warum sind 5G-Frequenzen wichtig?

Der ein oder andere mag sich in den vergangenen Wochen vielleicht gefragt haben, was der ganze Wirbel um die 5G-Frequenzauktion eigentlich soll. Die Abkürzung 5G steht für die fünfte Mobilfunkgeneration. Dieser neue Mobilfunkstandard tritt die Nachfolge von 4G an – auch als LTE bekannt – und bringt noch mehr Schnelligkeit mit sich. Daten können dann in Echtzeit verarbeitet werden. Natürlich ist ein flächendeckendes superschnelles Internet für jeden Verbraucher ein Traum. Viel wichtiger ist die Netzabdeckung von 5G aber für die Wirtschaft, genauer gesagt für die Zukunftsvision von „Industrie 4.0“.

Durch den neuen Mobilfunkstandard rückt diese Vision ein ganzes Stück näher. Dazu die Bundesnetzagentur: „Durch die neue Mobilfunkgeneration 5G werden insbesondere die Entwicklung innovativer Dienste und Anwendungen gefördert – darunter z. B. automatisiertes Fahren, Industrie 4.0 oder die Telemedizin.“

Die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit Industrie 4.0 sind Digitalisierung, Vernetzung und neue Fertigungstechnologien. Es geht darum, dass Maschinen miteinander verbunden und Produktionsabläufe effizienter werden; oder auch darum, dass Autos ihre Umgebung analysieren und durch das Messen von Abständen selbstständig fahren können; und es geht auch darum, dass Chirurgen Operationen in Zukunft via Telemedizin aus meilenweiter Entfernung durchführen können.

5G-Netz ist ein Muss

Eine schnelle, beständige Internetverbindung ist dafür Grundvoraussetzung. „Im Zuge der Vernetzung von Maschinen und Geräten sind Firmen auf leistungsfähige 5G-Netze angewiesen“, sagt Jochen Homann. Neben einer besseren Versorgung mit mobilem Breitband soll der neue Mobilfunkstandard 5G die Entwicklung innovativer Anwendungen sowie die Optimierung von Produktionsprozessen in der Industrie (Industrie 4.0) fördern. Ähnlich wie in einem Nervensystem sollen sämtliche Geräte miteinander kommunizieren können und somit das „Internet der Dinge“ bilden.

Mit dem Ende der Frequenzversteigerung hat die Antwort auf die Frage nach 5G als Innovationstreiber oder Zukunftsmusik nun eine deutliche Tendenz bekommen. Allerdings bleibt abzuwarten, wie schnell es mit dem Netzausbau vorangehen wird. Generell nutzt die 5G-Mobilfunktechnik höhere Frequenzen mit kürzerer Reichweite. Das bedeutet, dass mehr Sendemasten benötigt werden. Neue Funktürme und Minisender in Städten sollen das Problem lösen.

Dadurch, dass die Frequenzen nun deutlich teurer waren, steht den Providern weniger Geld für den Ausbau zur Verfügung. Das zumindest lässt die Telekom verlauten. Telekom-Deutschland-Vorstand Dirk Wössner: „Wieder einmal ist das Spektrum in Deutschland viel teurer als in anderen Ländern. Den Netzwerkbetreibern fehlt jetzt das Geld, um ihre Netze auszubauen. Mit den Auktionserlösen hätte man ungefähr 50.000 neue Mobilfunkstandorte bauen und viele weiße Flecken schließen können.“

In einer Grafik sind die Arme eines Mannes zu sehen, der in seinen Händen ein Handy hält, mit dem er über 5G-Frequenzen Haushaltsgeräte steuern kann. Zu sehen sind Verbindungslinien vom Handy zu Kühlschrank, Mikrowelle, Waschmaschine, Fernseher und Co. Bild: www.pixabay.com / Mohamed Hassan

Für den Verbraucher wird die Vernetzung im Kleinen umgesetzt: Über 5G-Frequenzen soll er alle Haushaltsgeräte steuern können. Bild: www.pixabay.com / Mohamed Hassan

Provider stehen in den Startlöchern

Die Telekom und die drei anderen Provider werden sich aber sicherlich um eine zügige Umsetzung bemühen. Und auch der Bund will das durch die 5G-Frequenzauktion eingenommene Geld unter anderem in den Glasfaserausbau stecken, der wiederum der Digitalisierung helfen wird.

Für die Unternehmen bedeutet das, dass sie sich ebenfalls auf den neuen Mobilfunkstandard vorbereiten sollten. 5G wird zum Beispiel eine bessere Vernetzung innerhalb und zwischen Firmen ermöglichen oder auch die Anlagensteuerung mittels Maschine-to-Maschine-Kommunikation revolutionieren. Auf der anderen Seite nimmt die Bedeutung der IT-Sicherheit mit der Vernetzung aller Dinge weiter zu. Zu erwarten ist, dass sich die Angriffsfläche für Cyberattacken durch die Komplexität des 5G-Mobilfunks vergrößert.

Daher die Empfehlung: Werden Sie frühzeitig aktiv und kümmern sich schon heute darum, dass Ihr Unternehmen den neuen Anforderungen durch 5G gewachsen ist. Unsere Experten aus dem IT.SERVICE-NETWORK unterstützten Sie gern bei der Entwicklung eines zuverlässigen Konzepts zur IT-Sicherheit. Unsere erfahrenen Spezialisten helfen Ihnen auch bei der Sicherung Ihrer IT-Infrastruktur und bei der sicheren Speicherung Ihrer Unternehmensdaten via Cloud-Lösung.

Janina Kröger

Janina Kröger ist seit 2019 Redakteurin im Blog des IT-SERVICE.NETWORK. Zuvor arbeitete die studierte Germanistin und Anglistin als Redakteurin beim WESTFALEN-BLATT und beim PUBLICPRESS VERLAG.

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