Anspruch auf Homeoffice

Darf bald jeder von Zuhause aus arbeiten?


28. Januar 2019, von in Aktuelles

Sollte es einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice geben? Diese Frage beschäftigt derzeit die Politik. Und immerhin 40 Prozent aller Arbeitgeber lassen ihre Angestellten bereits frei über den Ort ihrer Tätigkeit entscheiden.

Ob das „Homeoffice-Gesetz“ aber wirklich Chancen auf Erlassung hat und welche Vorteile die Arbeit von Zuhause aus auch für Arbeitgeber hat, verraten wir jetzt.

anspruch auf homeoffice

Tausche Büro und Kollegen gegen Ruhe in der Wohnung
© Pixabay

SPD fordert Anspruch auf Homeoffice

Die SPD dürfte sich bei vielen Arbeitnehmern gerade wachsender Beliebtheit erfreuen. Sie plant, ein Gesetz zu erlassen, dass den Anspruch auf Homeoffice regelt. Björn Böhning, Staatssekretär beim Bundesarbeitsministerium, ist Vorreiter dieser Idee. Er meint: Arbeitgeber müssen ihren Angestellten die Möglichkeit geben, von Zuhause aus zu arbeiten. Oder anderenfalls: entsprechend begründen, warum dies nun wirklich nicht möglich ist. Im Falle einer Hotel-Rezeptionistin oder gar Krankenschwester dürfte das auch nicht allzu schwierig sein. In den Niederlanden existiert übrigens bereits ein ähnliches Gesetz – absurd ist die Idee also schon einmal nicht. Der Gewerkschaftsbund unterstützt das Anliegen der Sozialdemokraten, hatte er selbst doch bereits schon im Mai 2018 einen rechtlichen Anspruch auf Homeoffice gefordert.

Dennoch regt sich natürlich schon jetzt entsprechender Widerstand. So spricht sich zum Beispiel Peter Weiß, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU ausdrücklich gegen eine gesetzliche Regelung aus und fürchtet einen Anstieg „unnötiger Bürokratie“ durch die abzugebenden Contra-Begründungen – auch wenn er Heimarbeit grundsätzlich für sinnvoll hält. Und natürlich hält sich auch die Begeisterung des Arbeitgeberverbandes deutlich in Grenzen.

Arbeitnehmer im Homeoffice – Theorie vs. Praxis

Einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge lassen bereits 40 Prozent aller Arbeitgeber ihre Mitarbeiter auch im Homeoffice arbeiten. Zumindest in der Theorie. Praktisch sieht es nämlich so aus, dass gerade einmal 12 Prozent aller Beschäftigten tatsächlich regelmäßig von Zuhause aus arbeiten. Woran das liegt? Vermutlich nicht an abstürzenden Internetverbindungen oder schlechten VPN-Verbindungen. Schließlich sind die Zeiten mieser 56k Modems schon lange vorbei. Jedes halbwegs modern ausgestattete Unternehmen und jeder Privathaushalt sollte alle technischen Voraussetzungen mühelos erfüllen. Zudem sorgen spezielle Tools wie Ticket-Systeme, Messenger oder cloudbasierte Programme für maximale Transparenz und Erreichbarkeit. Tatsächlich sieht es aber so aus, als würden viele Arbeitgeber ihren Angestellten nicht genügend vertrauen, während sich die Angestellten gleichzeitig nicht trauen, nach Homeoffice zu fragen. Und wenn dann noch ein Großteil der Mitarbeiter Tower-PCs statt Laptops nutzt und die Einführung von Heimarbeit mit Investitionskosten verbunden wäre, ist es kaum verwunderlich, dass der reale Anteil der Heimarbeiter gerade einmal bei 12 Prozent liegt.

Von Zuhause aus arbeiten – Vorteile nicht nur für Arbeitnehmer

Dabei hat Homeoffice nicht nur viele Vorteile für den Arbeitnehmer, sondern auch für den Arbeitgeber. Zunächst einmal gilt der Leitsatz „Happy wife, happy life“ – also im übertragenen Sinn. Arbeitnehmer, die glücklich sind, sind nachweislich motivierter und produktiver. Und glücklich kann ein Angestellter alleine schon deshalb sein, weil er freitags nicht stundenlang auf der Autobahn im Stau steht und wertvolle Zeit mit seiner Familie verliert, sondern nach Herunterfahren des Laptops nur die Bürotür öffnen muss.

Weitere Vorteile des Homeoffice in beide Richtungen können sein:

  • Erhöhter Output durch weniger Ablenkung. Stichwort Großraumbüro. Kollege A telefoniert lautstark mit einem Lieferanten, Kollege B diskutiert mit Kollege C über ein Projekt, Kollege D flucht beim Blick auf den Bildschirm und Kollege E soll bei all dem Lärm effizient arbeiten. Funktioniert häufig nicht. Es ist kein Geheimnis, dass produktives Arbeiten nur dann machbar ist, wenn möglichst wenig Störfaktoren vorhanden sind. Für viele kaufmännische Jobs ist daher ein Umzug ins Homeoffice ideal. Das gilt natürlich nicht, wenn dort andere „Störfaktoren“ vorhanden sind.
  • Flexibilität. In der Mittagspause schnell den notwendigen Einkauf erledigen und verstauen? Kein Problem für den Arbeitnehmer. Umgekehrt gilt aber auch für den Arbeitgeber: der Mitarbeiter kann dank mobiler Endgeräte und Laptop im Krisenfall auch von Zuhause aus schnell eingreifen. Das kann beispielsweise für ITler nützlich sein, wenn der Server am Wochenende plötzlich abstürzt.
  • Motivation. Wie bereits erwähnt, kann die Motivation der Angestellten Dreh- und Angelpunkt für die Arbeitsqualität sein. Ist sie hoch, sind die Ergebnisse außerordentlich bis gut. Ist sie niedrig, mittelmäßig bis schlecht. Muss nicht sein, kann aber. Allein der Gewinn für die Work-Life-Balance mangels langer Fahrzeiten, kann den Angestellten einen richtigen Kick geben.
  • Vertrauensverhältnis. Gilt ebenfalls für beide Seiten. Der Arbeitnehmer erhält einen Vertrauensbonus und wird dann – sofern er an seinem Job hängt – auch entsprechend liefern. Für die Beziehung Chef-Angestellter kann das dann nur förderlich sein.

Ready for Homeoffice?

Ob nun der gesetzliche Anspruch auf Homeoffice Realität wird oder nicht: es lohnt sich für jeden Arbeitgeber, über das Thema Heimarbeit nachzudenken. Allein schon, weil viele andere Unternehmen es tun und es durchaus den ein oder anderen Angestellten geben mag, für den allein das Homeoffice eine Wechselmotivation darstellt. Wer seine Angestellten halten und glücklich machen will, kommt an Themen wie Homeoffice, New Work und Modern Workplace nicht mehr lange vorbei.

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